Monatsarchiv: November 2012

Löbtau im Advent 2012

Kaum vorstellbar dieses  Jahr bei den positiven Temperaturen und dem fehlenden Schnee. Aber in einer Woche steht der 1. Advent ins Haus!

In Löbtau gibt es wie in den Vorjahren im Advent zwei Veranstaltungsreihen, die sich über zahlreiche Besucher freuen:

Der Löbtauer Adventsbummel findet dieses Jahr konzentriert am Wochendende des 2. Advents (7. und 8.12.) statt. Plakate und Handzettel werden von der Löbtauer Runde organisiert und sind zur Zeit noch im Druck.

Der LöMuWeiKa erfreut sich seines 4. Jahres. Es gibt kein gedrucktes Verzeichnis und es kann sich kurzfristig immer etwas ändern. Die Idee ist, dass sich jeden Tag um 19 Uhr ein „Türchen“ mit Musik öffnet. Das „Türchen“ kann dabei ein Hinterhof, ein Café, ein Hausflur oder gar eine Straßenbahnhaltestelle sein.

Die Musiker tragen sich selbst in einen Wiki-Kalender ein. Einen „Organisator“ gibt es nicht. Und doch hat es in den letzten Jahren immer gut geklappt. Nicht an jedem Tag – aber an vielen.

Sie sind herzlich eingeladen!

Neues von der „Ein Wochenmarkt in Löbtau“-Initiative

Vergangene Woche wurde im Werk.Stadt.Laden die Petition „Ein Wochenmarkt in Löbtau“ diskutiert. Dazu waren neben etlichen interessierten Menschen aus dem Stadtteil auch einige politische Akteure aus Löbtau anwesend. In einem offenen Meinungsaustausch, an dessen Ende eine genauere Idee des Wochenmarktes stehen sollte, wurde an verschiedenen Stationen in bunt zusammengewürfelten Gruppen darüber gesprochen, wer es machen soll, was auf dem Markt angeboten werden soll, wo er sein soll und warum ein Wochenmarkt überhaupt benötigt wird.

So wurde am Ende ein exakteres Bild dazu gefunden, was gewünscht wird und was möglich ist. Als wichtig, stellt sich vor allem heraus, einen Ort für regionale, frische und Bio-Lebensmittel zu schaffen, der nicht von großen Ketten dominiert ist und der auch ein Ort der Kommunikation und des Zusammenlebens für alle Generationen sein soll. Und auch die Idee, den Markt wöchentlich zu veranstalten, wurde begrüßt. Für die Frage, wie dieser Markt in Zukunft organisiert werden soll, stehen verschiedene Ideen im Raum. Die Vielversprechendste des Abends war, den Löbtauer Markt mithilfe der Umundu Initiative zu umzusetzen, da diese bereits den Umundu-BioFair-Markt in der Neustadt organisiert und für den Löbtauer Markt wichtig Tipps geben kann. Derzeit sucht die Initiative um den Initiator der Petition, Paul Stiefenhofer, noch Menschen, die sich für den Markt engagieren wollen und Zeit und Lust zum Mitarbeiten haben.

Im Anschluss an die Debatte äußerte sich der Gewerbeverein Kesselsdorfer Straße in der Sächsischen Zeitung vom 17./18.11.12 allerdings besorgt über mögliche Einsatzeinbußen der ortsansässigen Händler und wäre dementsprechend gern durch eigene Stände auf dem Markt vertreten, auch wenn dies teilweise den Interessen der Initiatoren entgegenläuft.

 

Nachtrag: Das Ergebnisprotokoll haben wir mal direkt hier verlinkt: 121122_Zusammenfassung-Ergebnisse-Worldcafe

Förderung von Interessensgemeinschaften im Sanierungsgebiet Löbtau

In der vergangenen Ortsbeiratssitzungen war großes Vorstellen angesagt. Vier Interessensgemeinschaften im Sanierungsgebiet Löbtau haben sich um Fördermittel beworben.

Und dann gab es ja auch noch die jährlichen Rechenschaftsberichte des Quartiersmanagements Gorbitz und des Nachbarschaftshilfevereins Gorbitz.

Das Quartiersmanagement hat aktuell 20.000 EUR/Jahr aus dem Programm „Soziale Stadt“ zu verteilen. 10.000 EUR sind dabei für investive Maßnahmen vorbehalten. Mit 10.000 EUR können aber kleine Aktionen und Projekte von Gorbitzer Bürgern und Initiativen gefördert werden.

Der Nachbarschaftshilfeverein kümmert sich vornehmlich um die älteren Mitbürger in Gorbitz. Unterstützt wird er maßgeblich von der Eisenbahner Wohnungsgenossenschaft (EWG) und durch die Landeshauptstadt Dresden. Letztere fördert die Arbeit im kommenden Jahr mit 4100 EUR (vorbehaltlich der Zustimmung im Stadtrat).

Neu war, dass sich auch Interessensgemeinschaften um kleine Zuschüsse bewerben können, wenn sie im Sanierungsgebiet (Löbtau) tätig sind. Und so hatten wir eine (gefühlt) lange Liste von Initiativen, die ihre Projekte vorgestellt haben:

Trotz der geringen Beträge hat es der Ortsbeirat geschafft, sich damit 2 Stunden zu beschäftigen. Es geht ja auch interessant und geht auch um Informationsaustausch.

Worüber ich wirklich gestaunt habe, ist, dass einige Mitglieder von CDU und FDP völlig überfordert waren mit der Tatsache, dass eine Interessensgemeinschaft nicht zwingend ein Verein mit Satzung, Statuten oder Zielvereinbarungen sein muss. Ja, ein CDU Mitglied hat es sogar geschafft die Löbtauer Runde und den Werkstadtladen völlig ungeschickt in die linksradikale Ecke zu argumentieren. Das hat zum Glück in den eigenen Reihen zu Kopfschütteln geführt.

Trotz Einzelabstimmung wurden alle o.g. Anträge vom Ortsbeirat befürwortet.

Frau Kircher, vom Stadtplanungsamt, Abteilung Stadterneuerung, hat es als sehr positiv gewertet, dass sich solche Initiativen heute in Löbtau entwickeln. Vor 20 Jahren hätte man sich das nicht vorstellen können.

Frau Kircher hat anschließend die Vorlage (V1902/12) zur Aufhebung der Sanierungssatzung Löbtau-Nord vorgestellt. Diese Vorlage wurde vom Ortsbeirat abgelehnt (7 ja (inkl. 2 x Grün) / 8 nein / 3 Enthaltung).

Kommen jetzt Stolpersteine für Löbtau?

Nachdem gestern im Ortsbeirat auch die Frage aufkam, ob jetzt in Löbtau Stolpersteine verlegt werden, möchte ich kurz auf die Veranstaltung vom Mittwoch in der Hoffnungskirche eingehen.

Das Herbert-Wehner-Bildungswerk hatte zu einer Informations- und Diskussionsrunde mit dem Titel „Stolpersteine für Löbtau – Jüdisches Leben in Dresden“ eingeladen. Frau Eva-Maria Stange (SPD, MdL) hat dies moderiert. Für den Verein Stolpersteine Dresden e.V. hat Frau Susanne Ritschel die Kunstaktion der Stolpersteine und deren Regularien vorgestellt. Frau Nora Goldenbogen von der Jüdischen Gemeinde Dresden hat etwas über die Entwicklung der Jüdischen Gemeinde in Dresden von den 1930er Jahren bis heute erzählt.

Zentrales Thema waren natürlich die Stolpersteine. Frau Ritschel hat die Biografien zweier jüdischer Familien erläutert, für die Ende November, am 25. und 26.11.12 Stolpersteine im Dresdner Westen verlegt werden. Zum einen für die Frau und die zwei Töchter von Max Sachs in der Max-Sachs-Straße 2. Zum anderen für die Familie Steinhardt in der Bernhardstraße 39. Diese hat auf der Kesselsdorfer Straße 17 das Kaufhaus Steinhardt geführt. An dieser Stelle ist heute eine Brache – die sog. „Postwiese“ (Poststraße / Kesselsdorfer Straße).

Ein Stolperstein wird immer nur vor dem letzten, selbst gewählten Wohnsitz verlegt. Die Familie Steinhardt wirkte zwar in Löbtau aber wohnte in der Südvorstadt.

Ausschnitt aus dem Historischen Adressbuch von Dresden 1937

Entsprechend werden dort jetzt auch die Steine verlegt. Der Verein hat einen Enkel der Familie in Amerika ausfindig gemacht. Auch dies ist eine Regel und ein wichtiges Anliegen des Vereins, dass Angehörige eingebunden werden und ihre Zustimmung geben.

Nicht jede Familie und jede Kommune ist begeistert von dieser Aktion. Berühmtestes Beispiel ist die Landeshauptstadt München, die seit 2004 die Verlegung von Stolpersteinen durch einen Beschluss des Stadtrats untersagt hat.

In der Diskussion in der Hoffnungskirche kamen nur positive Stimmen. Der Pfarrer Manzer hat gefragt, ob es denn an bekannten Schicksalen in Löbtau fehlt und angeregt, nachzuforschen, warum – nach seiner Meinung – am Haus Bonhoefferplatz 14 ein Davidstern im Giebel zu sehen ist.

Frau Ritschel erläuterte dann nochmal das Prozedere: ein Schicksal muss bekannt sein und recherchiert werden. Der Verein hilft dann bei der Suche nach und der Kontaktaufnahme mit den Angehörigen und vermittelt auch zwischen Angehörigen, Paten und Spendern.

Es hängt also vom Engagement und den Ideen der aktuellen und ehemaligen Einwohnern von Löbtau ab, ob bald erste Stolpersteine in Löbtau verlegt werden.

Weitere Informationen findet man u.a. hier:

 

Lohnt sich Wassersparen für die Stadtentwässerung? – Neue Abwassersatzung ab 01.01.2013

Wer sich an den desaströsen Zustand des Kaditzer Klärwerks in den Achtzigern erinnert, als der überwiegende Teil des westdresdner Abwassers ungeklärt in die Elbe ging, der weiß, was inzwischen geleistet worden ist und der versteht, dass Abwasserbehandlung nicht kostenfrei zu haben ist. Wer außerdem die damaligen, von verschwenderischem Umgang mit Warmwasser zeugenden, abendlichen Rinnsale und Straßenüberschwemmungen in Neugorbitz erlebt hat – die Kanalisation war zeitweilig hoffnungslos überfordert-, der versteht auch die Rolle der Abwassergebühr zur verantwortungsbewussten Nutzung der Naturressource Wasser.

Genauso wichtig ist es aber auch die Preisgestaltung eines kommunalen Monopolisten zu kontrollieren und zu beobachten, wie der Abwasserbetrieb seine Steuerrolle zur verantwortungsbewussten Wassernutzung nachkommt. Wir erlebten doch in Sachsen, wie teuer dem Gebührenzahler überdimensionierte Klärwerke kommen, die Anfang der Neunziger in Erwartung von Einwohnerzuwachs gebaut wurden.

Am 1.1.2013 wird nach Stadtratszustimmung eine neue Abwassersatzung in Kraft treten, die die nach der Frischwassermenge berechnete Schmutzwassergebühr um 2% und ab 2015 um 3% steigen lässt. Die nach der versiegelten Grundstücksfläche berechnete Niederschlagswassergebühr wird mit der Begründung nicht angehoben, dass hier ohnehin durch stetig steigende Versiegelungen eine ständige Einnahmeerhöhung zu erwarten ist.

Hier beschleicht mich der Verdacht, dass die Einnahmesituation der Stadtentwässerung Dresden GmbH an erster Stelle steht. Ein Bekenntnis zum sparsamen Umgang mit der Naturressource Wasser z.B. durch Förderung von Regenwassernutzung sucht man vergebens. Man kann auch erkennen, dass der Hebel zur Begrenzung der Flächenversiegelung ungenutzt bleibt. Spätestens beim nächsten Hochwasser hört man dann wieder, dass in der Vergangenheit zu viele Flächen versiegelt wurden.

Ich hätte mir gewünscht, dass Wassersparen belohnt und Flächenversiegelung bestraft wird. Die Stadtentwässerung Dresden GmbH scheint dieses Ziel nicht zu verfolgen.

 

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