Lohnt sich Wassersparen für die Stadtentwässerung? – Neue Abwassersatzung ab 01.01.2013

Wer sich an den desaströsen Zustand des Kaditzer Klärwerks in den Achtzigern erinnert, als der überwiegende Teil des westdresdner Abwassers ungeklärt in die Elbe ging, der weiß, was inzwischen geleistet worden ist und der versteht, dass Abwasserbehandlung nicht kostenfrei zu haben ist. Wer außerdem die damaligen, von verschwenderischem Umgang mit Warmwasser zeugenden, abendlichen Rinnsale und Straßenüberschwemmungen in Neugorbitz erlebt hat – die Kanalisation war zeitweilig hoffnungslos überfordert-, der versteht auch die Rolle der Abwassergebühr zur verantwortungsbewussten Nutzung der Naturressource Wasser.

Genauso wichtig ist es aber auch die Preisgestaltung eines kommunalen Monopolisten zu kontrollieren und zu beobachten, wie der Abwasserbetrieb seine Steuerrolle zur verantwortungsbewussten Wassernutzung nachkommt. Wir erlebten doch in Sachsen, wie teuer dem Gebührenzahler überdimensionierte Klärwerke kommen, die Anfang der Neunziger in Erwartung von Einwohnerzuwachs gebaut wurden.

Am 1.1.2013 wird nach Stadtratszustimmung eine neue Abwassersatzung in Kraft treten, die die nach der Frischwassermenge berechnete Schmutzwassergebühr um 2% und ab 2015 um 3% steigen lässt. Die nach der versiegelten Grundstücksfläche berechnete Niederschlagswassergebühr wird mit der Begründung nicht angehoben, dass hier ohnehin durch stetig steigende Versiegelungen eine ständige Einnahmeerhöhung zu erwarten ist.

Hier beschleicht mich der Verdacht, dass die Einnahmesituation der Stadtentwässerung Dresden GmbH an erster Stelle steht. Ein Bekenntnis zum sparsamen Umgang mit der Naturressource Wasser z.B. durch Förderung von Regenwassernutzung sucht man vergebens. Man kann auch erkennen, dass der Hebel zur Begrenzung der Flächenversiegelung ungenutzt bleibt. Spätestens beim nächsten Hochwasser hört man dann wieder, dass in der Vergangenheit zu viele Flächen versiegelt wurden.

Ich hätte mir gewünscht, dass Wassersparen belohnt und Flächenversiegelung bestraft wird. Die Stadtentwässerung Dresden GmbH scheint dieses Ziel nicht zu verfolgen.

 

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