Löbtauer Freileitung wird vergraben

In der jüngsten Ortsbeiratssitzung haben Herr Wagner und Herr Ehrlich von der DREWAG Netz GmbH, die aktuellen Pläne vorgestellt, die 110kV Freileitung vom Heizkraftwerk Nossener Brücke zum Umspannwerk Gorbitz zu ersetzen.

Diese Freileitung ist ca. 5 km lang und geht quer durch Löbtau Nord. Dabei stehen insbesondere auf der Grumbacher Straße die Masten mitten auf der Straße. Ein sehr ungewöhnliches Bild.Freileitung an Haus der Grumbacher Straße

Ich war erstaunt zu hören, dass diese Masten bereits aus dem Jahr 1922 sind. Eine Zeit, wo es westlich des heutigen Conertplatzes noch keine Bebauung gab. Auch die Grumbacher Straße war noch nicht vollständig bebaut.

Stahlmasten zu dieser Zeit wurden häufig aus sog. Thomas-Stahl hergestellt. Das ist nun auch der Grund, warum alle Netzbetreiber in Deutschland diese Masten ersetzen wollen. 2005 knickten im Münsterland zahlreiche Masten auf Grund der Schnee- und Eislast um. Man hat festgestellt, dass bei Thomas-Stahl ab einem gewissen Alter eine erhöhte Sprödbruchneigung besteht.

Heute überspannt die Freileitung Kleingartensiedlungen, Wohngebäude und Gewerbeflächen oder geht dicht an diesen vorbei. So etwas würde heute nicht mehr gebaut werden.

Aus diesen Gründen  plant die DREWAG eine Erdkabeltrasse und möchte ca. 2,3km und damit 16 Masten ersetzen. Der Rest der Leitung wird erst mittel- bis langfristig durch ein Erdkabel ersetzt. Der Preis dafür ist hoch: ein Meter Kabel kostet 1700 € – ein sechsfaches des Preises einer Freileitung. Insgesamt investiert die DREWAG ca. 6 Mio €, die sie aus Eigenmitteln bestreiteten muss.

Die genaue Leitungstrasse steht ebensowenig 100%ig fest, wie die Position des Kabelendmastes, durch den das Kabel an die restliche Freileitung angeschlossen wird.

Aktuelle Vorzugsvariante für den Kabelendmast ist ein brachliegendes Grundstück an der Kesselsdorfer Straße, nördlich von Kaufland. Alle anderen Varianten hätten große Eingriffe in die Kleingartenanlagen oder die Überspannung von zahlreichen Häusern bedeutet.

Der Zeitplan sieht vor, bis Ende 2015 die Tiefbauarbeiten abzuschließen und 2016 die Kabel einziehen zu können. Anschließend kann der Betrieb aufgenommen und die alten Masten abgebaut werden.

Ich denke, das ist für den Stadtteil eine gute Nachricht und wird das äußere Bild deutlich aufwerten.

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Grüner Ortsbeirat, Software-Entwickler, Löbtauer seit 1998...

2 Kommentare

  • Ich finde die Masten sehr schön, gerade wenn man bedenkt aus welcher Zeit sie stammen. Aber natürlich ist es für die Anwohner besser, wenn sie nicht mehr da sind.

  • avatar Manuel

    Auf meine Anfrage durch meinen Umzug auf die Burgkstr. habe ich von der DREWAG die Antwort bekommen, dass bis 2017 alles durch Erdkabel ersetzt werden soll. 110 kV ist da leider auch nicht so ganz trivial.