Monatsarchiv: Februar 2014

„Mühlespielen an der Mühle“ – Der Pulvermühlenpark wird jetzt gebaut

Berichte über neue Parkgestaltungen im Stadtteil sind immer eine entspannte Veranstaltung im Ortsbeirat. So war es z.B. bei den Floßhofterassen, dem Ebertpark und dem Volksbad-Garten.

Gestern wurden nun die Pläne für den Pulvermühlenpark oder auch „Stadtpark Pulvermühle“ vorgestellt. Der Park gehört gerade noch in das EFRE-Fördergebiet „Dresden West / Friedrichstadt“ und so hat der Projektleiter vom Stadtplanungsamt, Herr Hans Martin Pfohl, die Entwicklung dieses Projekts und die Verbindung zum Weißeritzgrünzug dargestellt.

Frau Angela Schüler vom Landschaftsarchitekturbüro Landschaft & Design ist dann ins Detail für die Gestaltung des Parks eingegangen. Mit viel Engagement begleitet sie dieses Thema seit 2006. Lange Jahre tat sich dann nichts. Ein Grund von vielen ist ein gültiger Bebauungsplan für die Anbindung der Fabrikstraße an die Nossener Brücke. Hier gibt es zwar keine zeitliche Planung aber man hält diese Flächen jetzt einfach frei.

2009 wurde das Handlungskonzept für die EFRE-Fördergebiete im Stadtrat beschlossen. Die Stadt muss dafür einen Eigenanteil von 25% leisten. Damit sind bereits 18 Maßnahmen umgesetzt worden. Der Pulvermühlenpark fehlt aktuell noch in der Übersicht der Stadt.

Fast hätte man das Projekt stoppen müssen, weil sich die italienische Mauereidechse auf dem Gelände angesiedelt hat. Diese Art gehört zu den streng geschützten und wohnt wohl sonst am Loschwitzer Elbhang. Durch die Freilegung des Mühlgrabens 2006 hat sie wohl auch an Löbtau Gefallen gefunden. Um sowohl den Schutz der Eidechsen als auch den Bau des Parks zu vereinbaren, hat man ein „Ersatzhabitat“ für die Bauzeit erstellt indem man eine alte Sandsteinmauer ertüchtigt hat und mit Folien verhindert, dass die Eidechsen weglaufen können.

Immer wieder wird Herr Wolfgang Müller und sein 2005 erschienenes Buch Erinnerungen an Alt-Dresden / der Weißeritzmühlgraben als Referenz herangezogen. Herr Müller hat ausgiebig zum Weißeritzmühlgraben geforscht. Mit seinen veröffentlichten Lageplänen (siehe auch die Deutsche Fotothek: z.B. Dresdner Pulvermühle) und Grundrissen ist man 2006 auf die Suche gegangen und hat tatsächlich den alten Mühlgraben gefunden und ihn schließlich mit ABM-Kräften und dem Verein Zschoner Mühle ausgegraben.

Frau Schüler war begeistert von den Hinterlassenschaften die unsere Vorfahren dort 1937 als Füllmaterial genutzt haben. Es war schlicht Haushaltsmüll mit kaputten Alltagsgegenständen.

Gebaut wird nun ein geteerter Radweg über das Gelände. Leider nicht entlang der Weißeritz, weil ein Grundstück privat ist und bisher nicht erworben werden konnte. Dafür führt der Radweg vom Ebertplatz über das Pulvermühlengelände zur Nossener Brücke.

Dazu kommen zwei Multifunktionsplätze mit Schautafeln, einer Darstellung der zahlreichen Mühlen am ehemaligen Weißeritzmühlgraben und einem Spiel. Und was liegt näher, als einfach „Mühle“ in das Pflaster einzulassen und zwar auf der Fläche des ehemaligen Körnermaschinenhaus.

Zwei Mühlenräder werden wieder entstehen. Eins davon soll auch ganz langsam drehbar sein. Wie das technisch gelöst wird, bleibt erstmal eine Überraschung.

Damit niemand in den Mühlgraben fällt, wird dieser wieder mit Weißeritzschotter verfüllt bis ca. 60cm. Richtung Kraftwerk Nossener Brücke wird dies in eine Wiese überführt. Mit blaublütigen Blumen wird man den alten Wasserverlauf andeuten, der direkt auf die Schornsteine des Kraftwerks Nossener Brücke zusteuert.

Man merkte sichtlich den Spaß, den die Landschaftsarchitektin an dem Projekt hat. Kritisch sieht man möglichen Vandalismus. Von manchen Ideen hat man sich deshalb wieder verabschiedet. Das Gelände liegt nicht unter „sozialer Kontrolle“ und man hofft, dass der Park angenommen und geachtet wird.

Gebaut wird ab März durch die Firma Nestler aus Dresden, die den Zuschlag erhalten hat. Die Fertigstellung ist für Mai – spätestens Juni geplant. Insgesamt kostet der Bau mit der Planung 344.000 €. Davon sind 75% Zuschuss durch EFRE-Mittel.

KID stellt Varianten für die Werkstätten im Volkspark Briesnitz vor

Nach der jüngsten Ortsbeiratssitzung, als Überlegungen für einen Werkstätten-Neubau im Volkspark Briesnitz durchsickerten, ging es hinter den Kulissen hoch her. Jeder hat mit Jedem geredet und keiner wusste, was nun der aktuelle Stand ist. Die DNN hat ausführlich online berichtet, und die SZ hat ebenfalls einen Artikel vorbereitet und gestern treffend platziert.SZ vom 11.02.2014

Gestern fand im Constanzia Pavillon am tjg eine reguläre Sitzung der IG Briesnitz statt. Auf die Tagesordnung wurde aus gegebenem Anlass die Vorstellung der aktuellen Pläne für den Werkstätten-Neubau gesetzt. Die Ortsbeiräte wurden dazu zwar nicht explizit eingeladen, aber so etwas spricht sich natürlich rum 😉

Herr Walther von der KID (Kommunale Immobiliengesellschaft Dresden GmbH & Co KG) hat als Geschäftsführer die Entwicklung des Gesamtprojekts „Kraftwerk Mitte“ und den Stand zu den Werkstätten vorgestellt. Herr Thiel, Amtsleiter vom Amt für Stadtgrün und Abfallwirtschaft (ASA) hat seine Forderungen bekräftigt.

Das tjg war u.a. durch die Intendantin Frau Loewe vertreten, die die Anforderungen und Bedürfnisse des tjgs dargelegt hat.

Momentan gibt es einen gültigen Stadtratsbeschluss (V2369/13) zur Umsetzung des Gesamtprojekts Kraftwerk Mitte. Darin ist auch festgeschrieben, dass die Werkstätten für tjg und Staatsoperette Dresden am Standort Briesnitz errichtet werden sollen. Wie das konkret funktionieren soll, ist Aufgabe der Projektgesellschaft KID und des Auftragnehmers. Hier hat sich nach einer Ausschreibung die Firma Ed. Züblin gefunden, die nun für 90 Mio € das Gesamtprojekt umsetzt. Die Werkstätten haben daran nur einen kleinen Anteil.

Bei der Feinplanung ist Züblin nun zu dem Schluss gekommen, dass eine Erweiterung der bestehenden Werkstätten nicht funktioniert. Die Werkstätten müssten nun komplett abgerissen werden um an diesem Standort neue zu errichten. Für ein Jahr gäbe es dann keine Werkstätten für das tjg, was für das tjg eine Spielpause bedeuten würde. Da sind sich alle einig, dass das niemand will.

Schließlich kam man auf die Idee, die Werkstätten auf dem Volkspark-Gelände neu zu bauen und später das Gelände mit den aktuellen Werkstätten zu einem Park umzubauen. Hier hat Herr Walther eine Variante vorgestellt, die nur etwa die Hälfte des Volksparks benötigt und die bereits bebauten Flächen und den Parkplatz mit einschließt. Somit gäbe es am Ende mehr Grünfläche als heute und auch das alte Weinberghäuschen und der Constanzia Pavillon wären mit eingebunden.

Die Lösung hat durchaus Charme…

… wenn man die bisherigen Akteure abgeholt hätte!

Denn am Ende ist es wieder die liebe, schlechte Kommunikation, die alles verkompliziert und die Emotionen hoch schlagen lässt. Das tjg hat natürlich seine Interessen im Blick und kam nicht auf die Idee, die IG Briesnitz vorzuwarnen, was da an Diskussion kommen wird. Der Ortsbeirat und das Ortsamt wurde nicht informiert, weil es ja noch nichts zu Beschließen gibt. Die Mitglieder der Lenkungsgruppe (u.a. Stadträte aller Parteien) sahen das auch nicht für notwendig an.

Momentan fühlen sich viele deshalb übergangen und vor vollendete Tatsachen gestellt. Ob das besonders schlau war, wird sich zeigen. Denn ohne neuen Stadtratsbeschluss wird man die Werkstätten nicht bauen können.

Jetzt sollte man die Diskussion besonders intensiv führen. Vielleicht ist der neue, größere Park tatsächlich sogar eine gute Lösung? Dazu müssen sicher auch ein paar Bedingungen festgeschrieben werden, wie die Umsetzung es Labyrinths und des Grillplatzes, der Abriss der Baracken, die Entsiegelung des Bodens, die Verbindung mit dem Weinberghäuschen…

Zeitplan:

  • März 2014 Baubeginn am Kraftwerk Mitte mit Aushebung der Baugrube
  • August 2015 Baubeginn für die Werkstätten in Briesnitz
  • Juli 2016 Fertigstellung der Baumaßnahmen und Beginn des Probebetriebs
  • November 2016 Eröffnung und voller Spielbetrieb im Kraftwerk Mitte

 

Die GRÜNEN Wahlkreise 11 und 12 im Dresdner Westen

Gestern haben Bündnis 90/Die Grünen (KV Dresden) ihre Kandidaten für die Stadtratswahl am 25. Mai 2014 gewählt. In jedem der 12 Wahlkreise waren 9 Plätze zu vergeben, die dieses Mal ohne Schwierigkeiten gefüllt werden konnten.

Die Wahlkreise im Dresdner Westen sehen anders aus, als bei den letzten Kommunalwahlen. Da der Wahlkreis 13 (Löbtau-Süd, Gorbitz) gestrichen wurde, hat man die Wahlkreise 10, 11 und 12 neu geschnitten. Löbtau gehört nun zusammen mit Plauen und Coschütz zum Wahlkreis 11.

Gorbitz wurde dem flächenmäßig großen Wahlkreis 12 zugeschlagen. Da man sich das schlecht vorstellen kann, habe ich in der unten angezeigten Karte die zwei Wahlkreise markiert. Fehler sind dabei möglich, da es zur Zeit nur ein Straßenverzeichnis gibt aber noch keinen Layer im Themenstadtplan.

Selbst trete ich im Wahlkreis 12 an. Ich wohne zwar im Wahlkreis 11 aber als Ortsbeirat gehört auch Wahlkreis 12 zu meinen Aufgaben (ausgenommen der Ortschaften Cossebaude etc.).

Die GRÜNEN Kandidaten für den Wahlkreis 11 (Plauen, Löbtau, Coschütz)

  1. Michael Schmelich
  2. Gerit Thomas
  3. Xaver Seitz
  4. Christin Bahnert
  5. Georg Jänecke
  6. Ursula Seubert
  7. Sebastian Manzke
  8. Carolin Rauch
  9. Sandro Zimmermann

Die GRÜNEN Kandidaten für den Wahlkreis 12 (Cotta, Gorbitz, Cossebaude, Leutewitz, Briesnitz, Gompitz, Altfranken, Pennrich)

  1. Alexander Bigga
  2. Linda Reinhard
  3. Marcel Bäck
  4. Anne Lehmann
  5. Heiko Schinkel
  6. Gesine Wegner
  7. Werner Becker
  8. Henrik Thomas
  9. Johannes Döring

Ich freue mich auf einen spannenden Wahlkampf in Dresdner Westen. Wir werden sicher nicht nur zuschauen 😉

Themen, Kritik, Anregungen oder was auch immer wird ausdrücklich in diesem Blog oder per Mail gern gesehen!

 

 

Ergänzung:

Wie sieht es bei den anderen Parteien aus (willkürliche Reihenfolge)?

Jemand vergessen?