Monatsarchiv: April 2014

Bünaustraße seit heute wieder mit Haltestellenhäuschen

Heute wird das neue Haltestellenhäuschen an der Bünaustraße (stadtauswärts) fertiggestellt.

„Endlich, und überhaupt, was sollte der Quatsch mit dem Umzug der Haltestelle?“

So hörte man es oft von Löbtauer Bürgern in den letzten Monaten.

Unsinn ist es tatsächlich nicht, wenn man genau hinschaut. Die Ampel an der Bünaustraße wurde vor einem Jahr neu errichtet und leutchtet jetzt frisch mit LEDs. Seitdem gibt es funktionierende Drücker für die Fußgänger und das Zeichen „Signal kommt“. Das beruhigt schon sehr. War doch dieser Fußgängerüberweg immer einer, der – gefühlt – selten für Fußgänger grün geschalten hat und wo praktisch immer die roten Lämpchen in den Drücker durchgebrannt waren.

Gleichzeitig hat man die Fußgängerampel aber zur Portalampel umgestaltet. D.h. wenn die Straßenbahn (stadtauswärts) einfährt, schaltet die Ampel für die Autos rot und die Fußgänger grün. Eine geschickte Doppelnutzung der Ampel die die gefährlichen Konflikte mit Autos reduziert, die verlernt haben, hinter der Straßenbahn zu halten.

Ganz nebenbei kommt man jetzt über die Ampel und kann bei Grün seiner Straßenbahn hinterherlaufen. Zumindest in diese Richtung. Somit ist die Situation mit relativ einfachen Mitteln für die Fußgänger sicherer geworden.

All das, hat einen Umzug der Haltestelle notwendig gemacht und auch gerechtfertigt. Warum es nun so lange gedauert hat, ein neues Haltestellenhäuschen aufzustellen, wissen nur die Planer bei DVB und Stadt.

Die Poststraße wird saniert – Mehr Straße – Mehr Parkplätze – Mehr Licht – Weniger Grün

Für die Sanierung der Poststraße ist gestern in der Ortsbeirratssitzung von Frau Häuser (Stadtplanungsamt) und Herrn Eberwein vom beauftragten Planungsbüro die aktuelle Vorplanung vorgestellt worden. Die Waldheimer Straße wurde vom selben Büro geplant und hier startet die Sanierung schon nach Ostern am Di, 22.04.2014. Da sich in der Waldheimer Straße nicht viel ändert und die Bausumme unter einem gewissen Wert bleibt, wurde darüber der Stadtrat nur informiert. Hier bleibt auch die Gasbeleuchtung bestehen.

Die Vorlage für die Poststraße (V2673/13) ist öffentlich und kann inklusive der Lagepläne im Ratsinformationssystem eingesehen werden.

Sehr viel Energie hat man in der Planung aufgewendet, um die Umstellung der Gasbeleuchtung auf elektrischen Betrieb zu rechtfertigen. Es sollen weiter die Löbtau-typischen Leuchten („Kandelaber“) verwendet werden. Diese werden für elektrische Leuchtmittel aufgearbeitet. Ein Modell, welches man z.B. auf der Clara-Zetkin-Straße und am Bonhoefferplatz sehen kann. Dies steht zwar im Widerspruch zu verschiedenen Stadtratsbeschlüssen (z.B. V1204-34-96 und A0632/12 (CDU) und A0840/14 (SPD)), die den Erhalt der historischen Gasbeleuchtung inklusive Gasbetrieb fordern aber im Angesicht der hohen Kosten und der schon lächerlichen Beleuchtungsstärke begrüße ich die Umstellung ausdrücklich.

Auch an die barrierearme Gestaltung der Fußwege hat man gedacht. Hier kam von Betroffenen die Anregung bzw. die Kritik, dass bei der bisherigen Umgestaltung der Fußwege in Löbtau bei den Grundstückseinfahrten das alte Großpflaster verwendet wurde. Das sieht zwar optisch gut aus aber mit dem Rollstuhl hat man ein unnötiges Hindernis. Hier wird jetzt als Kompromiss „geschnittenes Pflaster“ verlegt. Die Oberfläche sollte also halbwegs glatt sein.

 

Dann hören die positiven Punkte schlagartig auf 🙁

 

Die Straße soll auf 5,50 Meter verbreitert werden! Momentan ist die Fahrspur ca. 4 Meter breit. Man geht davon aus, dass der Verkehr so stark ist, dass man zwei Fahrspuren braucht um an jeder Stelle Begegnungen zu ermöglichen. Das hat man anhand der Aktenlage entschieden. Leider hat man sich offenbar nie im „Berufsverkehr“ an die Straße gestellt. Zum Vergleich: Die Clara-Zetkin-Straße (Bus Linie 90, Feuerwehr) hat eine Breite von ca. 6 Metern, die Reisewitzer Straße (Quartierserschließung) hat ca. 7 Meter.

Parkplätze sollen auf jeden Fall nicht wegfallen sondern möglichst neue geschaffen werden. In der Vorzugsvariante sind es dann ca. 112 Parkplätze. Aktuell finden ca. 104 Autos Platz auf dem Gebiet.

Um die Parkplätze, die breite Straße und je zwei Fußwege à 2,50m unterzubringen, wird die komplette Breite genutzt. Damit werden die Grünstreifen vor den Häusern auf der Westseite komplett entfernt. Diese gehören im Gegensatz zu den Gärten auf der Ostseite nicht zu den Flurgrundstücken.

Damit wird aber auch die historische Blickbeziehung vom Bonhoefferplatz Richtung Kesselsdorfer Straße komplett zerstört. Bisher waren die Bäume ein durchgehendes Gestaltungsmerkmal, welches seit den 1990er Jahren zwischen Leumerstraße und Bünauplatz Lücken hatte (Umstellung Gasbetrieb von Stadtgas auf Erdgas…).

Selbstredend müssen die vorhanden 9 Bäume bei diesen Randbedingungen zwischen Schillingplatz und Bünaustraße alle gefällt werden! Unter dem Strich stehen zwar nach der Sanierung deutlich mehr Bäume (55 statt bisher 17) auf der Poststraße und es wird ein Allee-Charakter geben. Wie lange es aber dauert, bis diese Bäumchen wieder eine schattenspendende Wirkung entfalten, sieht man an der Reisewitzer Straße. Die Bäumchen von 2008 sind immer noch ein Witz.

So sehr man sich mit den Autos beschäftigt hat. Fahrradfahrer hat man komplett vergessen. Die Planer denken leider immer noch, dass das teeren von Straßen schon eine Art Radverkehrsförderung ist. Es ist also nicht überlegt worden, wo die Radfahrrouten langführen können und Fahrradbügel sind bisher nicht vorgesehen. Meine Anregung dazu wurde positiv aufgenommen.

 

Unter dem Strich: Eine gut gemeinte Planung, die nicht in den Stadtteil und in die Zeit passt.

 

Die Poststraße wird die letzte Sanierung im Sanierungsgebiet Löbtau sein. Weitere Sanierungen werden zukünftig rein aus Eigenmitteln der Stadt erfolgen müssen. Warum man dazu nicht die wesentlich kaputtere Bünaustraße gewählt hat, bleibt mir nach wie vor ein Rätsel. An der Bünaustraße hat man mit dem „Anlieferverkehr“ für die vier Kitas und der Grundschule ein erhebliches Verkehrsaufkommen. In der Poststraße ist dagegen fast nichts los.

 

Der Ortsbeirat hat übrigens mit großer Mehrheit zugestimmt. Nur wir Grünen waren mit unseren zwei Stimmen dagegen.

 

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Update

Linienführung der Stadtbahn 2020 über Nürnberger Platz und Zelleschen Weg

Gestern fand eine weitere Bürgerversammlung für das Projekt Stadtbahn 2020 statt. Da es um den Abschnitt Nürnberger Platz – Zellescher Weg – Caspar-David-Friedrich Straße ging, war der Ort TU-Dresden, Poffhoffbau ideal.

Das eingespielte Team – Herr Szuggat (Stadt), Herr Bleiß (DVB) und Herr Neukirch (DVB) – hat die Pläne vorgestellt und die Fragen und Anregungen beantwortet.

Mögliches Liniennetz 2020

Herr Bleiß hat die mögliche Linienführung näher erläutert. So würde in der bevorzugten Variante 1 wie folgt gefahren:

  • Linie 7 von Gorbitz über die Nossener Brücke bis zum Nürnberger Platz und weiter zum Hauptbahnhof
  • Linie 9 vom Hauptbahnhof über Nürnberger Platz, Zelleschen Weg, Caspar-David-Friedrich-Straße zum Wasaplatz
  • Bus 61 mit 10-Minuten Grundtakt ohne Verstärkungen soll weiter fahren

Es sei aber auch denkbar, in den Spitzenzeiten eine Straßenbahn von Gorbitz zum Wasaplatz zu schicken. Die angedachten Gleisabzweigungen machen das Netz im gesamten Bereich für solche Einsätze und natürlich für Umleitungsverkehre flexibler.

Am Nürnberger Platz gibt es momentan drei Varianten für die Anordnung der Haltestellen. Alle Varianten werden zur Zeit untersucht. Kriterien sind die Umsteigemöglichkeiten, der Platzverbrauch sowie die Leistungsfähigkeit des Knotens Nürnberger Platz (Ampelsteuerung).

Auf dem Zelleschen Weg versucht man, die bestehenden Baumreihen erhalten zu können. Auf jeden Fall wird es keine baumlose Schneise, wie ich das zunächst befürchtet habe. Ob der Zellesche Weg nun vierspurig oder mit einer überbreiten Fahrspur für den Autoverkehr realisiert wird, werden die Simulationen zeigen. Breite Zwei-Richtungs-Fahrradwege sind offenbar auch vorgesehen, wenn man der Visualisierung glauben möchte.

Die Busse werden vermutlich auf dem Bahnkörper – getrennt von den Autos – fahren.

 

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