Monatsarchiv: April 2016

Schnelles Internet für Löbtau – Gleich doppelt

„DSL in Löbtau“ ist einer der häufigen Suchbegriffe, warum Leser in meinem Blog landen. Ich habe zu dem Thema schon mehrfach geschrieben. Zuletzt im Februar 2015 unter dem Titel „Bekommt Löbtau schnelles DSL?“. Und ja, mittlerweile ist Löbtau mit VDSL 100 versorgt!

Seit Herbst 2015 hat man regelmäßig die Bauarbeiten der Telekom verfolgen können. Viele Autofahrer haben geflucht, weil wochenlang ohne ersichtlichen Grund, Parkplätze in den Nebenstraßen mit Halteverbotsschildern und Baustellenabsperrungen versehen waren. An vielen Stellen mussten nämlich neue Schaltkästen im Straßenraum aufgestellt werden. Meist stehen sie neben den Kästen vom DSL6000-Ausbau (2005-2009).

Seit Januar / Februar 2016 haben die ersten Kunden erfolgreich VDSL bestellen können. So z.B. auf der Döhlener und der Waldheimer Straße. Seit Mitte März ist es flächendeckend bestellbar. Im Einzelfall kann dann immer noch sein, dass irgendwas nicht fertig ist, falsch verdrahtet wurde oder sich die Auftragssysteme von Telekom und Konkurrenten gegenseitig behindern. Das Forum dslfuerdresden.de ist auch dafür wieder eine prima Kummer-  und Informationsadresse.

Aber der Internetspaß ist noch nicht zu Ende: Bisher war es nämlich nicht möglich, Internet über das Fernsehkabel zu nutzen. Die verbaute Technik basierte nämlich ebenfalls auf der OPAL-Glasfasern und war weder rückkanalfähig noch irgendwie sonst erweiterbar. Siehe dazu auch den Artikel vom Computer Oiger vom Juli 2015 („Schnelleres Internet in Dresden„). Telecolumbus hat seine Kunden bereits 2013 mit neuen Leitungen versorgt. Telecolumbus versorgt aber nur die EWG-Häuser in Löbtau. Der Rest gehört PrimaCom bzw. Kabeldeutschland (die genauen Besitzverhältnisse sind mir schleierhaft). Und hier tat sich lange nichts.

Seit Anfang 2016 ist nun aber Kabeldeutschland hinterher, wirklich alles aufzureißen und wieder zuzuschaufeln. In Löbtau-Süd war gefühlt fast jeder Fußweg dran. Wo man nicht gräbt, da kommt die bekannte „Ditch Witch“ zum Einsatz. Langsam scheint das aber zum Ende zu kommen.

Jetzt, wo fast jeder eine moderne Internet-Leitung haben kann, könnte man ja auch das Projekt Freifunk endlich weiter voran bringen. Ich mach schon mit!

 

Die Erweiterung des Volksparks Leutewitz – eine verwirrende Geschichte

Es scheint, als gäbe es rund um den Leutewitzer Volkspark immer was zu streiten. Teilweise werden die Dinge auch wild vermischt. Hier mal meine Sicht der Dinge.

Wegebau im Leutewitzer Volkspark

Dieser bedeutende „Volkspark“ im Dresdner Westen wurde seit 2014 umgestaltet. Die nach dem 2. Weltkrieg angelegten Terrassen wurden zumindest teilweise abgeflacht und der Rundweg wurde neu erstellt.

Die neuen Wege stoßen dabei auf viel Kritik. Eine Barrierefreiheit im klassischen Sinne ist auf Grund der Steigung ohnehin nicht möglich. Die realisierten Abwasserquerrinnen weisen allerdings Kanten auf, die  mit Rollatoren und geschobenen Roll- und Kinderstühlen ein unnötiges Hindernis aufweisen.

Bauen in der Nähe des Volksparks

Unweit des Leutewitzer Volksparks hatte schon 2010 der Ortsbeirat Cotta und der Stadtrat einem vorhabenbezogenem Bebauungsplan Nr. 683 zugestimmt. Hier, am Ende der kleinen Schaumbergerstraße sollten elf Einfamilienhäuser, sechs Doppelhäuser sowie zwei Mehrfamilienhäuser entstehen. Geworden ist daraus nichts. Der Investor hat das Projekt nicht weiterverfolgt.

Um solche Bebauungspläne im „Außenbereich“ zu unterbinden, kam dann die „Klarstellungs- und Erhaltungssatzung 441“ in den Ortsbeirat. Auch diese traf auf große Zustimmung, denn damit wird endlich klar geregelt, dass jenseits der Abgrenzungslinie nicht gebaut werden darf. Das riesige, verwilderte Grundstück zwischen der Abgrenzung und dem Leutewitzer Volkspark dürfte also ewig weiterverwildern.

Nach der Offenlegung 2014 wurden die Stellungnahmen der Bürger mittlerweile in den Text und Plan eingearbeitet. Jetzt besteht nochmal bis 18.04.2016 die Möglichkeit, die Pläne zu studieren und Einwendungen einzureichen. Das geht sogar online. Unter dresden.de/offenlagen sind alle städtischen Offenlagen einzusehen. Speziell zur Klarstellungs- und Erhaltungssatzung ist der direkte Link dieser.

Die Firma VSC möchte übrigens jetzt 2 bis 3 Mehrfamilienhäuser am Ende der Schaumbergstraße bauen. Die restlichen Grundstücke des ehemaligen Bebauungsplans Nr. 683 möchte VSC an die Stadt schenken. So die Aussage von Uwe Köhn, dem Geschäftsführer von VSC auf der Ortsbeirratssitzung am 21.01.2016.

Antrag zur Erweiterung des Volksparks

Die brachliegende, grüne Fläche zwischen der Klarstellungs- und Erhaltungssatzung und dem Leutewitzer Volkspark könnte dem Volkspark zugeschlagen werden. Man könnte von der Schaumbergerstraße eine Zugang ermöglichen.

Um dieses Vorhaben zu untermauern und vorranzubringen, haben die Stadtratsfraktionen von Rot-Grün-Rot-Orange einen interfraktionellen Antrag mit der Nummer A0159/15 eingebracht. Dieser wurde im Ortsbeirat am 21.01.2016 kontrovers diskutiert. So stand im Raum, dass dieser Antrag die Wohnbebauung innerhalb des Gebiets der o.g. Klarstellungs- und Erhaltungssatzung verhindern wolle. Tatsächlich grenzt sich der Text aber davon klar ab. Es geht in dem Antrag um die wesentlich größere Fläche jenseits der Klarstellungssatzung. Im Themenstadtplan kann man sich die Flurstücke genau anschauen.

Der Antrag greift auch an einer Stelle in das Gebiet der Klarstellungs- und Erhaltungssatzung. So soll der Waldbestand vom Eigentümer wieder aufgeforstet werden, die dieser ohne Genehmigung gerodet hat. Das war sicher kein cleverer Schachzug von diesem. Er spielt jetzt natürlich auf Zeit und möchte sein Bauprojekt starten – was der Aufforstung natürlich widerspricht.

Am Ende hat der Ortsbeirat mit den Stimmen von Rot-Grün-Rot-Orange den Antrag in allen Punkten zugestimmt. Nun dümpelt er durch die Ausschüsse. Es gibt bisher weder eine Entscheidung im Umweltausschuss noch im Finanzausschuss. Nachzuverfolgen ist das ja im Ratsinformationssystem. Offenbar haben die ortsfremden Stadträte keine Lust, sich mit Bäumen, Parks im fernen Dresdner Westen zu beschäftigen.

Es wäre Schade, diesen Vorstoß im Sande verlaufen zu lassen. Dem Park wäre nicht geholfen, der Bauherr baut unabhängig von diesem Antrag und bald wohnen noch mehr Menschen rund um den Park, die sich über diese Grün- und Erholungsfläche freuen.

Links: