Kategorienarchiv: Allgemein

Die Erweiterung des Volksparks Leutewitz – eine verwirrende Geschichte

Es scheint, als gäbe es rund um den Leutewitzer Volkspark immer was zu streiten. Teilweise werden die Dinge auch wild vermischt. Hier mal meine Sicht der Dinge.

Wegebau im Leutewitzer Volkspark

Dieser bedeutende „Volkspark“ im Dresdner Westen wurde seit 2014 umgestaltet. Die nach dem 2. Weltkrieg angelegten Terrassen wurden zumindest teilweise abgeflacht und der Rundweg wurde neu erstellt.

Die neuen Wege stoßen dabei auf viel Kritik. Eine Barrierefreiheit im klassischen Sinne ist auf Grund der Steigung ohnehin nicht möglich. Die realisierten Abwasserquerrinnen weisen allerdings Kanten auf, die  mit Rollatoren und geschobenen Roll- und Kinderstühlen ein unnötiges Hindernis aufweisen.

Bauen in der Nähe des Volksparks

Unweit des Leutewitzer Volksparks hatte schon 2010 der Ortsbeirat Cotta und der Stadtrat einem vorhabenbezogenem Bebauungsplan Nr. 683 zugestimmt. Hier, am Ende der kleinen Schaumbergerstraße sollten elf Einfamilienhäuser, sechs Doppelhäuser sowie zwei Mehrfamilienhäuser entstehen. Geworden ist daraus nichts. Der Investor hat das Projekt nicht weiterverfolgt.

Um solche Bebauungspläne im „Außenbereich“ zu unterbinden, kam dann die „Klarstellungs- und Erhaltungssatzung 441“ in den Ortsbeirat. Auch diese traf auf große Zustimmung, denn damit wird endlich klar geregelt, dass jenseits der Abgrenzungslinie nicht gebaut werden darf. Das riesige, verwilderte Grundstück zwischen der Abgrenzung und dem Leutewitzer Volkspark dürfte also ewig weiterverwildern.

Nach der Offenlegung 2014 wurden die Stellungnahmen der Bürger mittlerweile in den Text und Plan eingearbeitet. Jetzt besteht nochmal bis 18.04.2016 die Möglichkeit, die Pläne zu studieren und Einwendungen einzureichen. Das geht sogar online. Unter dresden.de/offenlagen sind alle städtischen Offenlagen einzusehen. Speziell zur Klarstellungs- und Erhaltungssatzung ist der direkte Link dieser.

Die Firma VSC möchte übrigens jetzt 2 bis 3 Mehrfamilienhäuser am Ende der Schaumbergstraße bauen. Die restlichen Grundstücke des ehemaligen Bebauungsplans Nr. 683 möchte VSC an die Stadt schenken. So die Aussage von Uwe Köhn, dem Geschäftsführer von VSC auf der Ortsbeirratssitzung am 21.01.2016.

Antrag zur Erweiterung des Volksparks

Die brachliegende, grüne Fläche zwischen der Klarstellungs- und Erhaltungssatzung und dem Leutewitzer Volkspark könnte dem Volkspark zugeschlagen werden. Man könnte von der Schaumbergerstraße eine Zugang ermöglichen.

Um dieses Vorhaben zu untermauern und vorranzubringen, haben die Stadtratsfraktionen von Rot-Grün-Rot-Orange einen interfraktionellen Antrag mit der Nummer A0159/15 eingebracht. Dieser wurde im Ortsbeirat am 21.01.2016 kontrovers diskutiert. So stand im Raum, dass dieser Antrag die Wohnbebauung innerhalb des Gebiets der o.g. Klarstellungs- und Erhaltungssatzung verhindern wolle. Tatsächlich grenzt sich der Text aber davon klar ab. Es geht in dem Antrag um die wesentlich größere Fläche jenseits der Klarstellungssatzung. Im Themenstadtplan kann man sich die Flurstücke genau anschauen.

Der Antrag greift auch an einer Stelle in das Gebiet der Klarstellungs- und Erhaltungssatzung. So soll der Waldbestand vom Eigentümer wieder aufgeforstet werden, die dieser ohne Genehmigung gerodet hat. Das war sicher kein cleverer Schachzug von diesem. Er spielt jetzt natürlich auf Zeit und möchte sein Bauprojekt starten – was der Aufforstung natürlich widerspricht.

Am Ende hat der Ortsbeirat mit den Stimmen von Rot-Grün-Rot-Orange den Antrag in allen Punkten zugestimmt. Nun dümpelt er durch die Ausschüsse. Es gibt bisher weder eine Entscheidung im Umweltausschuss noch im Finanzausschuss. Nachzuverfolgen ist das ja im Ratsinformationssystem. Offenbar haben die ortsfremden Stadträte keine Lust, sich mit Bäumen, Parks im fernen Dresdner Westen zu beschäftigen.

Es wäre Schade, diesen Vorstoß im Sande verlaufen zu lassen. Dem Park wäre nicht geholfen, der Bauherr baut unabhängig von diesem Antrag und bald wohnen noch mehr Menschen rund um den Park, die sich über diese Grün- und Erholungsfläche freuen.

Links:

Ein Drittel der Poststraße ist fertig

Noch vor Ostern ist der erste Bauabschnitt bei der Sanierung der Poststraße abgeschlossen worden. Damit ist etwa ein Drittel der Baumaßnahme erledigt und die Straße kann wieder zum fahren und parken genutzt werden.

In diesem Abschnitt stehen sowohl Quer- als auch Längsparkplätze zur Verfügung. Laut Plan müssten es ca. 34 Parkplätze sein. Ich habe beim vorbeigehen weniger gezählt bzw. habe Zweifel, dass die Längsparkplätze so platzoptimiert genutzt werden.

Dem gegenüber stehen ganze 4 (!) Fahrradbügel. Da hätte ich mir deutlich mehr gewünscht. Die Baumstützen sind nur ein paar Jahre eine Alternative und die Straßenbeleuchtung nur mäßig geeignet.

Bei der Beleuchtung hat man die historischen Leuchten aber mit elektrischen Betrieb aufgebaut. Das ist auch wirklich nötig. Die Waldheimer Straße wurde noch als „Technisches Denkmal“ saniert. Hier funzelt noch die originale Gasbeleuchtung, was technisch interessant ist aber leider kaum den Fußweg ausleuchtet.

Die Fahrbahn im ersten Abschnitt ist nun 6 Meter breit. Im folgenden Abschnitt Richtung Bonhoefferplatz soll sie 5,50 Meter haben. Es sieht auch tatsächlich enger aus. Die Straßenbreite war ja auch der Grund, dass die 9 alten Bäume gefällt werden mussten. Ich war bekanntlich kein Fan davon, aber der Ortsbeirat und der Stadtratsausschuss haben sich 2014 für diese Vorzugsvariante ausgesprochen (siehe Vorlage unter Links). Übrigens sind auch in diesem ersten Bauabschnitt Bäume gefällt worden, die eigentlich erhalten werden sollten.

Eine Neuigkeit liegt übrigens unter der Erde: Auch eine Fernwärmeleitung wurde in der Poststraße verlegt. Zumindest lag da nach meinem Wissen keine Leitung vorher. Die Häuser in Löbtau werden meist per Gasheizung und in seltenen Fällen per Heizöl beheizt, weil die Fernwärmetrasse vom nahen Kraftwerk Nossener Brücke an diesem Stadtteil vorbeilaufen.

Links

Hier im Blog

Vorlage im Ratsinformationssystem

Presse

Ehemalige Schulen in der Ginsterstraße sollen Übergangswohnheim werden

Gestern beriet der Ortsbeirat Cotta gut zweieinhalb Stunden über die Vorlage „Finanzierung von Maßnahmen zur Schaffung zusätzlicher Unterbringungskapazitäten für besondere Bedarfsgruppen in den Jahren 2015/2016 (V0848/15)“. Dabei ging es im Ortsbeirat weniger um die Finanzierung. Damit befasst sich dieses Gremium nicht. Sondern um die tatsächlichen Objekte, die die Stadtverwaltung jetzt kurzfristig für die Unterbringung von Asylsuchenden verwenden möchte.

Für den Ortsamtsbereit Cotta enthält die Vorlage nur einen Standort, der hinzukommt. Dieser hat es aber in sich. So ist geplant, die zwei ehemaligen Schulgebäude auf der Ginsterstraße 1+3 für insgesamt 618 Bewohner herzurichten.

Baulichen müssen für diese Nutzungsänderung insbesondere Brandschutzmaßnahmen (Brandabschnitte, Brandmeldeanlage, etc.) umgesetzt werden. Darüber hinaus muss einiges repariert werden (Dach, Fenster) und schließlich zusätzliche Sanitäreinrichtungen eingebaut werden. Am Ende kommt ein Betrag von 2,5 Mio Euro zusammen. Für die damit geschaffenen Plätze wäre die Summe tatsächlich sogar vergleichbar günstig. Aber das interessiert am gestrigen Abend nicht mal.

Der Hauptkritikpunkt war von allen Seiten die Menge der Menschen, die an diesem Standort untergebracht werden sollen. Schon jetzt wohnen in Gorbitz viel mehr Asylsuchende als in anderen Stadtteilen. Bisher war ja auch die dezentrale Unterbringung der Asylsuchenden in Wohnungen ein Ziel, welches auch die Grünen unterstützt haben. Wenn sich aber der Großteil der „dezentralen“ Wohnungen auf wenige Häuserblöcke konzentriert, geht der positive Effekt verloren.

Die Nachfragen beim Finanzbürgermeister Hartmut Vorjohann, der die Vorlage vorgestellt hat, haben u.a. Folgendes ergeben:

  • Die planerische Nutzungsdauer beträgt 5 Jahre. Dabei weiss natürlich niemand, wie lange sie tatsächlich sein wird.
  • Ein Sicherheitskonzept wird mit dem zukünftigen Betreiber erstellt. Ein Betreiber kann erst gesucht werden, wenn das Objekt realisiert ist. Ein Zaun um die Einrichtung ist vorgesehen.
  • Gemeinschaftsräume und Küchen werden realisiert. Man hält sich da weitestgehend an die Verwaltungsvorschrift des Freistaats.
  • Es wird mindestens einen Tag der Offenen Tür vor der Eröffnung geben. Weitere Bürgerinformationen sind zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht geplant.

Auch die neue Quartiersmanagerin Nicole Kreißl plädierte als Gast dafür, den Standort nicht in dieser Größe zu realisieren und lieber den Raum dazu zu nutzen, Angebote für die Begegnung und Integration zu schaffen.

Die anwesenden Eltern sowie die Betreiberin der angrenzenden Kita vom OMSE e.V. forderten frühzeitige Informationen und Beteiligung von der Stadtverwaltung. Dieses „Henne-Ei“-Problem wurde mehrfach kritisiert: Die Stadt möchte Bürgerinformationen erst durchführen, wenn die Standorte durch den Stadtrat beschlossen sind. Dagegen möchten die Bürger gerne schon mitreden bzw. informiert sein, bevor der Stadtrat Fakten schafft. Die Kommunikation mit den Bürgern ist und bleibt eine große Herausforderung.

Die gesamte Diskussion führte zu einem interfraktionellem Ergänzungsantrag von LINKE, SPD, Piraten und BÜNDNIS 90/Die Grünen. Dieser beinhaltet die Reduzierung auf 300 Plätzen in einem Haus, fordert ein Sicherheitskonzept, ein Konzept für die Öffentlichkeitsarbeit und einen besseren Betreuungsschlüssel. Dieser Ergänzungsantrag wurde mit einer großen Mehrheit (20 Ja, 1 Nein) angenommen.

Die gesamte Vorlage wurde mit Stimmen von LINKE, SPD, Piraten, FDP und BÜNDNIS 90/Die Grünen angenommen (12 Ja). Die CDU (6 Stimmen) hat sich enthalten und AfD (2 Stimmen) und NPD (1 Stimme) dagegen gestimmt.

Kommenden Donnerstag, am 10. Dezember 2015 berät und entscheidet der Stadtrat über die gesamte Vorlage inklusive Ergänzungsanträge.

Termine

  • Beratung im Stadtrat am Donnerstag, 10.12.2015
  • geplanter Bezug der Ginsterstraße 1+3 ab 01.04.2016

Links

Bald geht’s los in der Poststraße

Es scheint nun ernst zu werden in der Poststraße. Ich bin gerade im Urlaub aber per Twitter hat man mich drauf hingewiesen, dass die Anwohner jetzt über die bevorstehende Baumaßnahme informiert wurden:

Offenbar gibt es jetzt sogar Zettel an den Bäumen mit einem Verweis auf diesen Blog. Das ist natürlich sehr freundlich. Von mir kommen die Zettel allerdings nicht und der Blog-Artikel zur Poststraße ist auch schon über ein Jahr alt und die Kommentarfunktion bereits geschlossen.

Nun denn, die Entscheidung für den Ausbau ist noch im „alten“ Stadtrat gefallen. Dran zu rütteln ist da jetzt – nach meiner Kenntnis – leider nichts mehr. Trotzdem darf man sich hier gerne positiv wie negativ äußern. Aber bitte mit Argumenten und ganzen Sätzen 😉

@Jan: Danke für die Bilder. @Unbekannt: Danke für die Aushänge.

Links / Presse

Eröffnung des Bewegungsparks Volksbadgarten

Heute, zum ersten bundesweiten Tag der Städtebauförderung, wurde der Bewegungspark Volksparkgarten eröffnet. Bisher waren Vorbeigehende mit einem Hinweisschild vertröstet worden, dass die Pflanzen noch Zeit zum Anwachsen brauchten, und das war auch gut so. Die Eröffnungsfeier  heute war mit vielen kleinen und großen Gästen sehr gut besucht, der Rasen wurde entsprechend strapaziert, und die Bewegungsangebote wurden gleich rege ausprobiert.

Nach der Eröffnungsrede durch den Kulturbürgermeister, Herrn Dr. Lunau, sangen Kinder der benachbarten Kindertagesstätte “FunkelDunkelLichtgedicht” ein paar Ständchen. Im Anschluss lud die KiTa-Leiterin zu einer kleinen Führung durch das ehemalige Volksbad ein. Frau Häuser vom Stadtplanungsamt und Herr Ehrler vom Büro freiraumentwicklung ehrler führten durch den Park. Unterstützt wurden sie von Herrn Hessel von der AG Löbtauer Geschichte, der am sogenannten Maschinenpark im hinteren Teil der Fläche ein paar Erläuterungen zur ehemaligen Maschinenfabrik Simon gab.

Eine sehr gelungene Veranstaltung und ein wunderbares neues Freiraumangebot für Löbtau!

Die Planungen zum Volksbadgarten waren schon im April 2012 und im April 2013 im Rahmen der Bürgerbeteiligung mit Anwohnern diskutiert worden, und im September 2014 gab es die Gelegenheit, die Baustelle im Rahmen der Gartenspaziergänge zu besichtigen.

« Ältere Beiträge