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Schnelles Internet für Löbtau – Gleich doppelt

„DSL in Löbtau“ ist einer der häufigen Suchbegriffe, warum Leser in meinem Blog landen. Ich habe zu dem Thema schon mehrfach geschrieben. Zuletzt im Februar 2015 unter dem Titel „Bekommt Löbtau schnelles DSL?“. Und ja, mittlerweile ist Löbtau mit VDSL 100 versorgt!

Seit Herbst 2015 hat man regelmäßig die Bauarbeiten der Telekom verfolgen können. Viele Autofahrer haben geflucht, weil wochenlang ohne ersichtlichen Grund, Parkplätze in den Nebenstraßen mit Halteverbotsschildern und Baustellenabsperrungen versehen waren. An vielen Stellen mussten nämlich neue Schaltkästen im Straßenraum aufgestellt werden. Meist stehen sie neben den Kästen vom DSL6000-Ausbau (2005-2009).

Seit Januar / Februar 2016 haben die ersten Kunden erfolgreich VDSL bestellen können. So z.B. auf der Döhlener und der Waldheimer Straße. Seit Mitte März ist es flächendeckend bestellbar. Im Einzelfall kann dann immer noch sein, dass irgendwas nicht fertig ist, falsch verdrahtet wurde oder sich die Auftragssysteme von Telekom und Konkurrenten gegenseitig behindern. Das Forum dslfuerdresden.de ist auch dafür wieder eine prima Kummer-  und Informationsadresse.

Aber der Internetspaß ist noch nicht zu Ende: Bisher war es nämlich nicht möglich, Internet über das Fernsehkabel zu nutzen. Die verbaute Technik basierte nämlich ebenfalls auf der OPAL-Glasfasern und war weder rückkanalfähig noch irgendwie sonst erweiterbar. Siehe dazu auch den Artikel vom Computer Oiger vom Juli 2015 („Schnelleres Internet in Dresden„). Telecolumbus hat seine Kunden bereits 2013 mit neuen Leitungen versorgt. Telecolumbus versorgt aber nur die EWG-Häuser in Löbtau. Der Rest gehört PrimaCom bzw. Kabeldeutschland (die genauen Besitzverhältnisse sind mir schleierhaft). Und hier tat sich lange nichts.

Seit Anfang 2016 ist nun aber Kabeldeutschland hinterher, wirklich alles aufzureißen und wieder zuzuschaufeln. In Löbtau-Süd war gefühlt fast jeder Fußweg dran. Wo man nicht gräbt, da kommt die bekannte „Ditch Witch“ zum Einsatz. Langsam scheint das aber zum Ende zu kommen.

Jetzt, wo fast jeder eine moderne Internet-Leitung haben kann, könnte man ja auch das Projekt Freifunk endlich weiter voran bringen. Ich mach schon mit!

 

Bekommt Löbtau schnelles DSL?

Auf dem Weg zur Fahrradschraubaktion vom Netzwerk „Willkommen in Löbtau“ bin ich am Wochenende über die „Ditch Witch“ auf der Wernerstraße gestolpert. Dieses Gerät hat sich schon 2014 durch Löbtau-Süd gegraben und damals für Telecolumbus Leitungen verlegt. Dies ist eine kostengünstige Möglichkeit um Leerrohre für neue Telekommunikations- oder Signalkabel zu verlegen.

Was passiert jetzt aber auf der Wernerstraße? Ein Thread im „DSL für Dresden“-Forum lässt Hoffnung aufkommen, dass das die Vorarbeiten für den DSL-Ausbau in Löbtau sind. Offenbar plant die Telekom in Löbtau VDSL100 bis Dezember 2015 einzuführen.

DSL in Löbtau ist eine komplizierte Geschichte. Hatte man Anfang der 90er Jahre den Stadtteil „zukunftsweisend“ mit der modernen Glasfaserntechnik ausgestaettet (OPAL-Technik), hatte sich die Technik Anfang der 2000er Jahre als Sackgasse erwiesen. Die aufkommende DSL-Technik funktioniert nicht über eine optische Faser. ISDN war bis 2005 das schnellste, was man für Datenverbindungen im Stadtteil bekommen konnte.

Zwischen 2005 und 2009 wurde dann parallel zur Glasfaser, neue Kupferleitungen verlegt und Löbtau-Süd und Nord zum überwiegenden Teil mit DSL6000 ausgebaut. Die relativ wuchtigen DSL-Schaltkästen sind damals neu im Straßenbild aufgetaucht. Hier enden die Kupferkabel aus den umliegenden Häusern. Die Bestellung von DSL war zum Teil kompliziert. Manchmal konnte die Telekom ihre eigenen Produkte nicht bestellen. Mitbewerber haben sich auch regelmäßig sehr ungeschickt angestellt, den „Sonderfall Löbtau“ bei der Telekom richtig zu bestellen.

In den letzten Monaten haben mich immer wieder Einzelfälle erreicht, die keinen DSL-Anschluss in Löbtau bekommen, obwohl die genannten Häuser definitiv erschlossen sind. Vielleicht ist durch den Bevölkerungszuwachs die aktuelle Technik tatsächlich an gewissen Stellen ausgelastet, so dass es keine Anschlussmöglichkeit mehr gibt.

Ein guter Punkt für den Austausch ist nach wie vor das Forum der Initiative „DSL für Dresden“. Das Forum gibt es schon seit dem ersten Ausbau von DSL in Löbtau und wird nach wie vor rege von DSL-suchenden genutzt. Ich freue mich aber auch auf Hinweise in den Kommentaren.

Sanierung der Pennricher Straße hat begonnen – Vollsperrung Bis Ende September

Die DVB hat heute planmäßig mit der Sanierung der Pennricher Straße begonnen. Bis Ende September wird die Straße grundhaft saniert und ist in dieser Zeit für die Straßenbahn-Linie 2 und den Autoverkehr gesperrt.

Ab ca. 22. Juni wird auch die Straßenbahn-Linie 12 unterbrochen, weil dann die Kreuzung an der Schanze gebaut wird. Bis Ende Oktober soll die Pennricher Straße Nord und somit die gesamte Maßname fertiggestellt sein.

Neben Gleisen, Haltestellen, Fußwegen und Straßen werden auch neue Kabel der Telekom und von Kabel Deutschland verlegt. Damit werden hoffentlich auch die „DSL-freien“ Häuser an der Pennricher Straße in Zukunft versorgt werden. Genauere Informationen dazu habe ich leider nicht gefunden.

Weiter Informationen findet man:

  • auf der DVB-Projektseite
  • in der Anliegerinformation
  • im Ratsinformationssystem die Vorlagen
    • V2522/13 (Grundhafter Ausbau von Abschnitten der Hühndorfer Straße und der Hölderlinstraße für den Umleitungsverkehr des Verkehrsbauvorhabens Pennricher Straße/Rudolf-Renner-Straße der Dresdner Verkehrsbetriebe AG) und
    • V2237/13 (Maßnahmeuntersetzung zur Haushaltssatzung 2013/2014 des Straßen- und Tiefbauamtes (STA) und des Stadtplanungsamtes (SPA))

Tele Columbus gräbt sich durch Löbtau – EWG-Mieter wird es freuen

Schon seit Anfang Juni stehen rund um den Bonhoefferplatz und auf der Clara-Zetkin-Straße Halteverbotsschilder. So richtig angefangen hat man dann wohl Mitte Juni. Erst haben mich die Kabel nicht weiter interessiert. Von weitem dachte ich, dass es Mittelspannungskabel sind.

Irgendwann bin ich auf die Fragen im Forum dslfuerdresden.de gestolpert und da meinte doch glatt jemand, dass Tele Columbus Kabel verlegt.

Wow, Löbtau-Süd bekommt schnelles Internet über Kabel?

Bei genauerer Betrachtung scheint das nur für wenige Bewohner zuzutreffen – nämlich für die Mieter der EWG-Altbauwohnungen, die sich im hinteren Bereich der Clara-Zetkin-Straße und zwischen der Döhlener und der Reisewitzerstraße befinden.

Tele Columbus ist der Generalversorger für Kabelfernsehen für die EWG. Natürlich bietet man mittlerweile auch Internet über Kabel an und hat sich offenbar verpflichtet, auch alle Wohnungen zu versorgen.

An den (potenziellen) Kunden der Primacom rund um den Bonhoefferplatz gehen die Kabel vorbei. Kabelanschlüsse sind etwas sehr kurioses. Da herrscht immernoch „Keinstaaterei“. Es bleibt zwar zu hoffen, dass auch die Primacom irgendwann ihr Netz in Löbtau-Süd ausbaut und „internetfähig“ macht.

Leider konnte ich diesbezüglich seit Jahren kein Engagement feststellen.

 

DSL in Löbtau

DSL in Löbtau. Gibt’s nicht? Doch!

Aber ganz so einfach ist das nicht. Da ichsowohl im Weltcafé als auch privat einen DSL-Anschluss in Löbtau-Süd habe, kenne ich mich mit den Besonderheiten in diesem Gebiet gut aus. Da ich immer wieder wilde Berichte von Einwohnern höre, denen oft erklärt wird, dass kein DSL möglich ist, möchte ich die Lage in Löbtau kurz darstellen.

Löbtau wurde Anfang der 1990er Jahre mit der neuen OPAL (OPtische AnschlussLeitung)-Glasfasertechnik versorgt. Dazu wurde in jedes Haus eine Glasfaser gelegt und im Haus oder zum Teil auch im Nachbarhaus die Technik für die Umwandlung der optischen auf elektrische Signale installiert. Unterstützt wurde sowohl der Analoge Anschluss als auch der ISDN-Anschluss. Ja, und sogar das Kabelfernsehen wurde mit dem selben Glasfaserkabel ins Haus gebracht.

OPAL wurde viel im Osten Deutschlands verbaut, weil hier enormer Nachholbedarf in der Telefonversorgung bestand. Die Glasfasertechnik war hochmodern und zukunftssicher. Internet gab es in Deutschland zu der Zeit nur in Form von BTX (später T-Online), was ein Modem oder ISDN locker geschafft hat.

DSL nutzt jedoch die alten Kupferleitungen. Technisch viel primitiver hat man das Anfang der 90er nicht für möglich gehalten. Und in der Tat – die Glasfaser kann viel mehr. Jedoch hat sich die DSL-Technik durchgesetzt da sie die alten Leitungen nutzen kann und es einfach mehr alte Kupferleitungen gibt als Glasfasern.

So scheiterte schnelles Internet in Löbtau und Striesen lange Zeit an der Glasfaser bzw. daran, dass niemand komplett neue Technik entwickeln und bauen lassen wollte zur Umsetzung der Glasfaser im Keller auf eine DSL-Technik.

2005 hat die Telekom dann in Löbtau den sogenannten „Kupfer-Überbau“ begonnen. In jedes Haus wurde ein Kupferkabel parallel zum Glasfaserkabel gelegt. An der Straßen wurden große Schaltkästen installiert – sog. Outdoor DSLAMs – in denen die Kupferkabel an die neue, DSL-fähige Technik angeschlossen wird. Telefon und DSL geht seitdem wieder über Kupfer. Beim Weltcafé bzw. der Reisewitzer Straße wurde dieser Umbau erst Anfang 2009 abgeschlossen. Auch viele Straßen in Löbtau Nord wurden erst 2009 umgebaut.

Jetzt ist alles gut?

Fast. Für den Umbau hat man sich für DSL 6000 entschieden. Mehr kann die Technik in den Outdoor DSLAMs nicht. Eine Geschwindigkeitserhöhung ist wohl auf absehbare Zeit nicht geplant. Das würde neue Investitionen erfordern.

Und es gibt eine weitere Einschränkung: Aus technischen Gründen muss stets mindestens ein administrierter, analoger Anschluss der Deutschen Telekom geschaltet werden um darauf DSL aufschalten zu können. Dadurch ist es unmöglich, die günstigen Komplettpakete der Telekom-Konkurrenten zu bestellen. Entweder bieten die Firmen diese Tarife gar nicht an oder es wird insgesamt viel teurer als das Komplettpaket der Telekom.

Oft kann es dadurch passieren, dass man bei Anbieter XY bestellt und entweder kurzfristig oder auch mal 2-3 Monate später die Antwort kommt, dass DSL leider nicht verfügbar ist. Zum Teil ist diese Aussage Unsinn. Sie müsste eher heissen: „Wir bieten in ihrem Gebiet keinen Anschluss an.“. So ist man mehr oder weniger an die Telekom gebunden.

Weitere Informationen:

Alternativen zu DSL:

  • WiMAX (Maxxonair)
    Per Funkstandard WiMAX erhält man eine Geschwindigkeit von DSL 2000. Damit habe ich 1 Jahr (2005/2006) gesurft. Die Technik funktionierte meisstens gut. Die Bandbreite brach jedoch besonders in den Abendstunden sehr häufig zusammen. Ein Telefonanschluss ist dafür nicht nötig. Maxxonair hat sich Ende 2013 (?) aus dem Dresdner Markt schrittweise zurückgezogen. Löbtau-Süd ist wohl mittlerweile abgeschaltet.
  • UMTS
    Je nach Anbieter bestehen besonders in den Abendstunden Kapazitätsengpässe. Generell ist die Reaktionszeit beim Surfen deutlich höher als bei DSL, Bilder werden vielfach komprimiert und die Zuverlässigkeit ist geringer. Dafür ist man ortsunabhängig.