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Ehemalige Schulen in der Ginsterstraße sollen Übergangswohnheim werden

Gestern beriet der Ortsbeirat Cotta gut zweieinhalb Stunden über die Vorlage „Finanzierung von Maßnahmen zur Schaffung zusätzlicher Unterbringungskapazitäten für besondere Bedarfsgruppen in den Jahren 2015/2016 (V0848/15)“. Dabei ging es im Ortsbeirat weniger um die Finanzierung. Damit befasst sich dieses Gremium nicht. Sondern um die tatsächlichen Objekte, die die Stadtverwaltung jetzt kurzfristig für die Unterbringung von Asylsuchenden verwenden möchte.

Für den Ortsamtsbereit Cotta enthält die Vorlage nur einen Standort, der hinzukommt. Dieser hat es aber in sich. So ist geplant, die zwei ehemaligen Schulgebäude auf der Ginsterstraße 1+3 für insgesamt 618 Bewohner herzurichten.

Baulichen müssen für diese Nutzungsänderung insbesondere Brandschutzmaßnahmen (Brandabschnitte, Brandmeldeanlage, etc.) umgesetzt werden. Darüber hinaus muss einiges repariert werden (Dach, Fenster) und schließlich zusätzliche Sanitäreinrichtungen eingebaut werden. Am Ende kommt ein Betrag von 2,5 Mio Euro zusammen. Für die damit geschaffenen Plätze wäre die Summe tatsächlich sogar vergleichbar günstig. Aber das interessiert am gestrigen Abend nicht mal.

Der Hauptkritikpunkt war von allen Seiten die Menge der Menschen, die an diesem Standort untergebracht werden sollen. Schon jetzt wohnen in Gorbitz viel mehr Asylsuchende als in anderen Stadtteilen. Bisher war ja auch die dezentrale Unterbringung der Asylsuchenden in Wohnungen ein Ziel, welches auch die Grünen unterstützt haben. Wenn sich aber der Großteil der „dezentralen“ Wohnungen auf wenige Häuserblöcke konzentriert, geht der positive Effekt verloren.

Die Nachfragen beim Finanzbürgermeister Hartmut Vorjohann, der die Vorlage vorgestellt hat, haben u.a. Folgendes ergeben:

  • Die planerische Nutzungsdauer beträgt 5 Jahre. Dabei weiss natürlich niemand, wie lange sie tatsächlich sein wird.
  • Ein Sicherheitskonzept wird mit dem zukünftigen Betreiber erstellt. Ein Betreiber kann erst gesucht werden, wenn das Objekt realisiert ist. Ein Zaun um die Einrichtung ist vorgesehen.
  • Gemeinschaftsräume und Küchen werden realisiert. Man hält sich da weitestgehend an die Verwaltungsvorschrift des Freistaats.
  • Es wird mindestens einen Tag der Offenen Tür vor der Eröffnung geben. Weitere Bürgerinformationen sind zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht geplant.

Auch die neue Quartiersmanagerin Nicole Kreißl plädierte als Gast dafür, den Standort nicht in dieser Größe zu realisieren und lieber den Raum dazu zu nutzen, Angebote für die Begegnung und Integration zu schaffen.

Die anwesenden Eltern sowie die Betreiberin der angrenzenden Kita vom OMSE e.V. forderten frühzeitige Informationen und Beteiligung von der Stadtverwaltung. Dieses „Henne-Ei“-Problem wurde mehrfach kritisiert: Die Stadt möchte Bürgerinformationen erst durchführen, wenn die Standorte durch den Stadtrat beschlossen sind. Dagegen möchten die Bürger gerne schon mitreden bzw. informiert sein, bevor der Stadtrat Fakten schafft. Die Kommunikation mit den Bürgern ist und bleibt eine große Herausforderung.

Die gesamte Diskussion führte zu einem interfraktionellem Ergänzungsantrag von LINKE, SPD, Piraten und BÜNDNIS 90/Die Grünen. Dieser beinhaltet die Reduzierung auf 300 Plätzen in einem Haus, fordert ein Sicherheitskonzept, ein Konzept für die Öffentlichkeitsarbeit und einen besseren Betreuungsschlüssel. Dieser Ergänzungsantrag wurde mit einer großen Mehrheit (20 Ja, 1 Nein) angenommen.

Die gesamte Vorlage wurde mit Stimmen von LINKE, SPD, Piraten, FDP und BÜNDNIS 90/Die Grünen angenommen (12 Ja). Die CDU (6 Stimmen) hat sich enthalten und AfD (2 Stimmen) und NPD (1 Stimme) dagegen gestimmt.

Kommenden Donnerstag, am 10. Dezember 2015 berät und entscheidet der Stadtrat über die gesamte Vorlage inklusive Ergänzungsanträge.

Termine

  • Beratung im Stadtrat am Donnerstag, 10.12.2015
  • geplanter Bezug der Ginsterstraße 1+3 ab 01.04.2016

Links

Offener Brief von Rot-Grün-Rot-Orange zur Neubesetzung des Quartiersmanagement Gorbitz

Zur Ausschreibung und Neuvergabe des Quartiersmanagement Gorbitz haben die Ortsbeiräte von LINKE, SPD, Piraten und Bündnis 90/Die Grünen einen offenen Brief an die Stadtverwaltung geschrieben.

Sehr geehrter Herr Hilbert, sehr geehrter Herr Marx, sehr geehrter Herr Szuggat,

die Ortsbeiräte der Bündnis 90/Die Grünen, der LINKEN, der Piraten und der SPD missbilligen ausdrücklich das Vorgehen und das Ergebnis der Neuausschreibung des Quartiersmanagements (QM) Gorbitz durch das Stadtplanungsamt im Geschäftsbereich Stadtentwicklung!

Die scheinbar sachliche Begründung, dass eine Ausschreibung aufgrund der Schwerpunktverschiebung, von städtebaulichen hin zu sozialen Aspekten, notwendig wird, mag formal richtig sein. In der Sache wird ihr aber vor allem das Ergebnis der Ausschreibung nicht gerecht. Diesen Wandel hat das aktuelle QM mit Herrn Ulrich Krause und Herrn Wolfgang Müller bereits vollzogen.

Wie wenig sensibel die städtischen Verantwortlichen in dieser Sache vorgegangen sind, lässt sich am Zeitpunkt der Neubesetzung des QM ablesen. Die derzeitige Situation in Gorbitz, mit der unglücklichen Konzentration von Asylsuchenden in dem sozialen Brennpunkt um die Sanddornstraße und am Amalie-Dietrich-Platz erfordert ein hohes Maß an Feingefühl für die soziale Struktur und das Vertrauen der Bewohner dieses Stadtteiles. Genau dies hatten sich Herr Krause und Herr Müller in den letzten Jahren erarbeitet.

Obwohl davon auszugehen ist, dass schon längerfristig eine Neuausschreibung geplant war, wurden die beiden Herren noch nicht einmal zum Zeitpunkt ihrer Präsentation in der Sitzung des Ortsbeirates Cotta am 04.12.2014 über das Vorhaben in Kenntnis gesetzt. Dieses Vorgehen ist nur ein Zeichen für den wenig respektvollen Umgang mit dem aktuellen QM. Auch die Mitglieder des Ortsbeirates wurden in dieser Sitzung nicht über das Vorhaben informiert.

Die Folgen dieser aus unserer Sicht völlig unnötigen Neubesetzung sind aktuell noch gar nicht überschaubar. Es scheint dem Stadtplanungsamt völlig gleichgültig zu sein, dass soziale Netzwerke und Strukturen zerstört werden, die für den Stadtteil Gorbitz und dessen Bewohner von immenser Bedeutung sind. So spielte z.B. bei der Integration Asylsuchender das QM eine herausragende Rolle. Diese kann nicht so einfach durch den Austausch der handelnden Personen gleichwertig ausgefüllt werden. Auch die Zukunft des Stadtteilfestes „Westhangfest“ und des „Westhanglaufes“ ist ungewiss. Die Stadtteilzeitung „Westhangpost“ wird wohl zum letzten Mal erscheinen.

Wir halten Herrn Ulrich Krause und Herrn Wolfgang Müller auch nach dieser für uns unverständlichen Entscheidung zur Neubesetzung des Quartiersmanagements Gorbitz für absolut geeignet, die 2006 übernommenen Aufgaben fortzuführen.

Links:

Gorbitz vernetzt sich, um Flüchtlingen zu helfen

Gestern kamen ca. 60 Menschen in den Club-Passage in Gorbitz um sich konstruktiv mit der gestiegenen Zahl von Flüchtlingen im Stadtteil auseinanderzusetzen. Eingeladen hatte Mathias Körner von der Gorbitzer Bürgerinitiative und gekommen sind Vertreter vom Ortsbeirat, vom Stadtrat, von Kirchgemeinden, dem Quartiersmanagement, der Gagfah, der EWG, von Schulen, Sozialbetreuern und Bürgern, die sich engagieren möchten oder es bereits tun und Mitstreiter suchen.

Solche Treffen gab es in Dresden schon in vielen Stadtteilen seit die Vorlage zur Schaffung zusätzlicher Unterkünfte im Oktober 2014 durch die Gremien geschickt wurde. Bei den Auftakttreffen kamn z.B. in der Neustadt ca. 250 Menschen und in Löbtau ca. 80 Menschen zusammen.

In Löbtau hat sich daraus jetzt das Netzwerk „Willkommen in Löbtau“ entwickelt. Mehrere Arbeitsgruppen kümmern sich z.B. um die öffentliche Diskussion am Mittwoch, 28.01.2015 oder um praktische Angebote, die man den Flüchtlingen anbieten kann, die ab 02.02.2015 in Löbtau einziehen werden. Das Netzwerk trifft sich regelmäßig und man vernetzt sich über Mailinglisten.

Im Gegensatz zu Löbtau hat Gorbitz bereits seit einem Jahr Flüchtlinge in dezentralen Wohnungen der Gagfah. So dass es auch bereits bürgerschaftliches Engagement gibt. Das Quartiersmanagement bietet dazu z.B. immer mittwochs eine thematische Sprechstunde von 10-12 Uhr an („Gorbitz gibt Asyl“).

Wer sich selbst engagieren möchte, kann z.B. zu den nächsten Treffen kommen:

Oder man wendet sich per Mail an diese Initiativen:

  • In Löbtau kann man sich in den Mailverteiler eintragen lassen bzw. einfach seine Idee / Bereitschaft an die Email-Adresse asyl@loebtau.org senden.
  • In Gorbitz sammelt und koordiniert das Quartiersmanagement die Anfragen und Angebote.

Es freut mich sehr, dass sich so viele Menschen engagieren und auch bereit sind, sich die Abende auf Vernetzungstreffen um die Ohren zu schlagen.

Dresdner Gartenspaziergänge: Am Weidigtbach entlang

Im Rahmen der Dresdner Gartenspaziergänge 2014 führte heute Andreas Stowasser vom Ingenieurbüro stowasserplan 50 Teilnehmer am Weidigtbach entlang. Auf dem Abschnitt zwischen den DVB-Haltestellen Betriebshof Gorbitz und Schlehenstraße gab er interessante Einblicke in die Zusammenhänge zwischen der Regenwasserbewirtschaftung in der Kräutersiedlung und der Renaturierung des Weidigtbachs.

In den Weidigtbach fließt der größte Teil des Regenwassers von Gorbitz. Ende der 1990er Jahre zeigten sich immer wieder die Grenzen dieser Lösung und erforderten eine Umgestaltung. Nach einer Machbarkeitsstudie 1999 war der Bereich an der Schlehenstraße der erste Abschnitt, der ab 2001 umgestaltet wurde. Das Projekt war eng gekoppelt an den Wohnungsrückbau in der heutigen Kräutersiedlung. Während beispielsweise der Bedarf an Stellplätzen mit der Anzahl der Wohnungen zurückging, gab es Bedarf an Spielplätzen, und so konnte ein Teil der Parkplatzfläche entsprechend umgewandelt werden. Dabei wurden die Baumaterialien der zurückgebauten Plattenbauten z. B. als Einfassungen der Retentionsmulden verwendet.

Diese Maßnahmen haben gleich mehrere positive Auswirkungen. Hochwasser- und Starkregenereignisse hat der Weidigtbach selbst im letzten Jahr schadlos überstanden. Gorbitz hat neue Grün- und Spielflächen bekommen, und die EWG als Flächeneigentümerin spart einen erheblichen Betrag an Niederschlagswassergebühren.

Radtour durch den Grünen Westen

Nach der schönen Weidigtbach-Wanderung am vergangenen Samstag haben die Grünen Stadtratskandidaten für den Wahlkreis 12 diese Woche eine kleine Radtour von Gorbitz über Podemus nach Gohlis angeboten.

Das Wetter drohte ja mit ausgiebigen Regen und so waren wir am Ende zu Acht, die die Berg- und Talfahrt auf sich genommen haben. Gleich am Merianplatz haben wir dann unsere braunen Mitbürgern lauschen dürfen. Die standen etwas verloren hinter dem Parkplatz vom Sachsen-Forum. Da hat das abgesprochende Flyer-Verteilen gleich doppelt Spaß gemacht.

In Podemus hat sich Bernd Probst vom Vorwerk Podemus ein paar Minuten Zeit genommen und von seinem Geschäft, der Strategie mit den Läden in Dresden und dem Verhältnis von Erzeugern und Händlern erzählt. Tipp: die frische Biomilch vom Vorwerk gibt es wirklich nur vor Ort ins mitgebrachte Gefäß!

Leider konnte ich beim Radeln keine Bilder von der tollen Aussicht auf Dresden auf dem Weg nach Mobschatz machen. Das ist auf jeden Fall noch mal ein Ausflug wert.

In Gohlis hat uns dann die Bio-Bäuerin Ines Franz von den Hochwasserschutzmaßnahmen in Gohlis erzählt. Die Flutschutzmauer hinter ihrem Haus ist beeindruckend und durch eine Natursteinoptik sogar halbwegs ansehnlich. Ich bin gespannt, wie das dann mal fertig aussehen wird.

 

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