Wernerstraße soll sicherer werden

Der Stadtbezirksbeirat Cotta hat gestern einem Prüfantrag der FDP-Fraktion im Dresdner Stadtrat (A0019/19) zugestimmt, der Maßnahmen zur Verbesserung der Verkehrssituation auf der Wernerstraße zwischen Lübecker- und Columbussstraße untersuchen soll. Der Antrag wurde erweitert durch einen interfraktionellen Ersetzungsantrag von Bündnis 90/Die Grünen, SPD und LINKE.

Am Ende stimmten 10 Stadtbezirksbeiräte dafür, 6 dagegen und 4 enthielten sich.

Bisherige Sanierung

Die Wernerstraße in Dresden Löbtau wurde schon 2012 saniert um den Verkehr aufnehmen zu können, der auf der Kesselsdorfer nicht mehr durch die Zentralhaltestelle fahren kann. Zwischen der Kesselsdorfer Straße und der Lübecker Straße wurden bei dieser Maßnahme Fahrradschutzstreifen markiert. Bezahlt wurde das alles mit Fördermittel, die an den Bau der Zentralhaltestelle geknüpft waren.

2018 hat man dann noch vor Beginn der Bauarbeiten an der Zentralhaltestelle die Ampelanlagen an der Kreuzung Reisewitzer-Straße und Löbtauer Straße ergänzt. Ohne diese wären die Kreuzungsbereiche für alle Beteiligten zu gefährlich. Noch lange werden die “Bomben-Tage” in Löbtau in Erinnerung bleiben (21.05.2020). Gefunden hat man diese bei den Bauarbeiten zur Ampel an der Löbtauer Straße.

Alles gut?

Nicht ganz. Im Abschnitt Lübecker Straße bis Columbusstraße wurde zwar die Asphalt-Decke der Straße erneuert aber nicht mehr. Die Fahrradschutzstreifen enden abrupt hinter (korrekt) parkenden Autos. Die Kurve ist auch für Autos schlecht einsehbar, ohne Mittelmarkierung und für die zulässige Geschwindigkeit eher zu schmal. Radfahrer, die dort fahren müssen, sind dann im Weg. Irgendwie hat man die 9-monatige Bauzeit auf der Kesselsdorfer 2019 trotzdem überlebt. Trotz zahlreicher Busse, die ebenfalls hier durch mussten. Trotzdem kann man das nicht so lassen.

Die FDP-Fraktion im Dresdner Stadtrat versucht nun mit einem Prüfauftrag schnelle Verbesserungen herbeizuführen. Natürlich muss nach der Prüfung von Verbesserungsmöglichkeiten keine direkte Umsetzung erfolgen. Aber man kann doch hoffen, dass die einfachen und bezahlbaren Punkte dann auch realisiert werden. Zum Teil sind die Prüfungen ja vermutlich auch schon durchgeführt worden.

Ersetzungsantrag von Grüne/SPD/LINKE

Der FDP-Antrag möchte zunächst die Bordsteine absenken und die Parkplätze auf den überbreiten Fußweg verlegen. In landwärtiger Richtung ist ja auch wirklich viel Platz. In stadtwärtige Richtung dürften nicht allzu viele Stellplätze übrig bleiben. Wenn das erledigt ist, möchte man Radwege anlegen.

Wir haben die Anregungen der Anwohnerversammlung aufgegriffen, die die Bürgerinitiative Kesselsdorfer Straße durchgeführt hat. Demnach würden wir zuerst die Radwege markieren, was natürlich bedeutet, dass dann sofort die Parkplätze entfallen. Laut Anwohnern sind diese aber eher verzichtbar. Niemand parkt an dieser stark befahren Straße gerne. Manche meiden diese Stellplätze nach Kollisionen, wie ein Anwohner auf der Stadtbezirksbeiratssitzung berichtet hat.

Trotzdem regen auch wir an, Parkplätze auf dem überbreiten Fußweg anzulegen. Allerdings gehen wir davon aus, dass das doch ein paar Wochen wenn nicht gar Monate Zeit in Anspruch nimmt, zu prüfen, wie man das macht, eine Baufirma zu finden und das am Ende umzusetzen. Wenn man schon dabei ist, könnte man auch ein paar Fahrradbügel aufstellen und auf der landwärtigen Seite neue Bäume pflanzen. Das würde dem Straßenzug gut tun, das Mikroklima verbessern und etwas Lärm schlucken.

Wir haben bei den Radfahrern nicht aufgehört. Auch die Situation der Fußgänger soll verbessert werden und eine Querung an der Lübecker Straße geprüft werden. Auch die Ampelschaltung an der Columbusstraße soll überprüft werden.

Wann geht’s los?

Wer weiß. Wir hoffen, bald!

Auch die Stadtverwaltung hat das Thema ja die letzten Jahre bearbeitet und Maßnahmen geplant. So wurde schon 2019 und erneut Anfang 2020 angekündigt (siehe Amtsblatt 04/2020 bzw. DNN-Bilderstrecke vom 15.01.2020, dass in diesem Jahr an der beschriebenen Stelle Radwege gebaut werden. Im günstigsten Fall war also der Antrag unnötig. Die Debatte zu dem Thema aber auf keinen Fall.

Termine

Der Antrag wird als nächstes im Ausschuss für Stadtentwicklung, Bau, Verkehr und Liegenschaften beraten und beschlossen. Die nächste Sitzung ist am Mi, 11.03.2020. Ich bin gespannt, was dabei raus kommt.

In der nächsten Stadtbezirksbeiratssitzung am Do, 12.03.2020 werden wir den Antrag der CDU-SBRs beschließen, der die Verwaltung auffordert, die Anträge zum Verkehrsraumkonzept (A0439/18) sowie den hier beschriebenen Antrag gemeinsam zu betrachten und zu bearbeiten. Bei der Forderung nach einer Gesamtbetrachtung des Verkehrs in Löbtau herrscht bei den Stadtbezirksbeiräten große Einigkeit. Der Beschluss dazu soll diese Forderung erneut unterstreichen.

Links

Antrag A0019/19 der FDP-Fraktion im Dresdner Stadtrat

Fotos

Ein Lastenrad für Löbtau und Cotta!

Abbildung eines Lastenrads vom Typ Douze Cycles G4e

In der Sitzung des Stadtbezirksbeirats Cotta am 09.01.2020 hat Philipp Weismann von der Immanuelkirchgemeinde die Förderung des Kaufs eines Lastenrads beantragt (V-Co00002/19).

Nach langer Diskussion über Sinn- und Unsinn eines Lastenrads mit und ohne Elektroantrieb stimmten 15 der 21 anwesenden Stadtbezirksbeiräte für den Antrag. Dagegen stimmte geschlossen die AfD, die vorher mit einem Ersetzungsantrag gescheitert ist, mit dem sie das Lastenrad ohne Motorisierung bewilligen wollte. Dies wäre zwar günstiger und noch umweltfreundlicher aber nach der Erfahrung von Herrn Weismann mit entsprechender Zuladung auf den Bergstrecken des Dresdner Westens kaum noch zu bewegen. Auch sein privates Modell habe er nach einem Jahr auf Elektroantrieb umgerüstet.

Geplant ist die Anschaffung eines Douze Cycle G4e Lastenrads. Das Rad des französischen Herstellers kann bis zu 120kg Lasten befördern oder bis zu 3 Kinder. In Dresden vertreibt Meißner Raeder als einziger Händler in Dresden diesen Hersteller. Voraussichtlich wird das Rad auch dort gekauft. Das vorgelegte Angebot war das günstigste und einen Händler für Wartung und Support vor Ort zu haben, ist immer von Vorteil.

Abbildung eines Lastenrads vom Typ Douze Cycles G4e

Als Verleihstandort ist momentan die Kita Firlefanz auf der Malterstraße 16 in Löbtau geplant. Die Buchung wird über die ADFC-Plattform “Frieda und Friedrich” erfolgen. Damit gibt es ein etabliertes Buchungssystem, an das man sich für wenig Geld anbinden kann. Die Buchung und Nutzung ist kostenfrei. Spenden werden allerdings erbeten und sollen die Wartungskosten sowie die Ausgaben für eine Nutzungsversicherung abdecken.

Ich wünsche dem Projekt viel Erfolg und freue mich schon auf die erste Fahrt. Vielleicht findet sich ja noch ein Nachahmer in Löbtau. Ich kann mir gut vorstellen, dass der Bedarf da ist. Auch wenn ich meine eigenen Lasten alle locker mit diversen Fahrradanhängern bewegt bekomme.

Links

Februar beginnt die Baumaßnahme “Gleisschleife Leutewitz”

Bild des Kirschbaums an der Gleisschleife Leutewitz

Wer hat es noch nicht erlebt, dass ein alter gesunder Baum im öffentlichen Raum gefällt wurde, weil es die Rechtslage zuließ. Ich denke dabei zuerst an die Linde an der Waltherstraße gegenüber der Einmündung der Berliner Straße, deren Baumstumpf heute noch erkennen lässt, dass sie für einen Straßenbaum recht gut im Saft stand. Man fragt sich schon, wer die Verantwortung dafür trägt, dass die Stadt immer mehr zur Asphalt- und Betonwüste wird, dabei war Dresden mal für dendrologische Kostbarkeiten berühmt.

Nun wurde in Leutewitz gemunkelt, dass im Zuge der Neugestaltung der Straßenbahngleisschleife, die vor allem zur Blütezeit von allen geliebte Kirsche gefällt werden soll.

Bild des Kirschbaums an der Gleisschleife Leutewitz
Gesunder Kirschbaum

Ich habe mich daraufhin bei den Verantwortlichen des Bauträgers DVB über die genauen Pläne erkundigt. Die Antwort fiel beruhigend aus: Im Planfeststellungsverfahren wurde dieser Baum als erhaltenswert eingestuft. Planunterlagen, besonders die der Ausführungsplanung, konnten mir aber nicht übergeben werden.

Daraufhin wandte ich mich an das Umweltamt, das ja für die Landschaftspflegerische Begleitplanung zuständig ist und musste erfahren, dass es keine Chance gibt, diesen Baum zu erhalten und schon längst Baurecht für das Bauvorhaben einschließlich Baumfällung besteht.

Was nun?

Jetzt könnte ich seitenlang über die Bedeutung von alten Bäumen für Stadtklima, Lebensqualität und Biodiversität schreiben. Das weiß doch aber mittlerweile jeder. Was mich besonders ärgert, ist die Unehrlichkeit der Verkehrsplanung. Dort wo es Bürgerbeteiligung gibt (Planfeststellungsverfahren) wird eine „Beruhigungspille“ verteilt, die letztlich in der konkreten und nichtöffentlichen (!) Planung kassiert wird. Der Bürgerwille wird nicht ernst genommen und bei heiklen Entscheidungen gar nicht erst abgefragt.

Der Verweis auf Ausgleichsmaßnahmen ist doch ebenfalls nur eine „Beruhigungspille“. Neupflanzungen können alten Baumbestand nicht ersetzen und wie oft sind diese Pflanzungen dann auch noch schief gegangen, wovon die Öffentlichkeit natürlich nach vollendeter Baumaßnahme nichts erfährt.

Fachlicherseits ist zu vermerken, dass wegen der barrierefreien Gestaltung die Bahnsteige geradlinig sein sollen und deshalb nach Süden gerückt werden. Das 2. Gleis ist erforderlich, um 2 Straßenbahnzüge hintereinander aufstellen zu können. Zudem soll das neue Gleis als Fahrbahn für den Bus genutzt werden, weshalb sich die Verkehrsfläche um 2m verbreitert. Eine weitere Verbreiterung entsteht durch die mittige Anordnung der Fahrleitungsmasten. Die Krone der Kirsche wird deshalb einseitig stark eingeengt und der ganze Baum soll deshalb gefällt werden. Um den Baum zu erhalten, sollte überprüft werden,

  • auf die Mittelmaststellung, die es im Übrigen in einer früheren Lösung nicht gab, zu verzichten
  • den Bus über eine, nördlich vor der Kirsche vorbei gehende Fahrspur zu führen, wodurch
  • das innere Gleis zum äußeren hin und somit vom Baum abgerückt werden und somit auch zum Grüngleis werden kann

Davon abgesehen sollte überprüft werden, ob der Haltebereich zwecks Verkürzung der Doppelgleisigkeit in Richtung Warthaer Str. und somit teilweise in den Krümmungsbereich verschoben werden kann.

Eine entsprechend sensibler Umgang mit Bäumen ist verkehrsplanerisch möglich, wobei ein schöpferischer Umgang mit ggf. zu starren, den Planer einschränkenden Richtlinien, dringend erforderlich ist.

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Pressemitteilung der DVB vom 12.02.2020

Strategisch wählen zur Landtagwahl? Unbedingt!

Was bedeutet “strategisch wählen”?

Nun es gibt ja bekanntlich zwei Stimmen bei der Landtags– und Bundestagswahl. Die Zweitstimme legt das Stimmenverhältnis der Parteien im Parlament fest , die Erststimme wählt einen Kandidaten direkt in das Parlament.

Bisher hat in Sachsen die CDU fast alle Direktmandate erlangt. Das sah nach Automatismus aus und kaum jemand dürfte sich über seine Erststimme Gedanken gemacht haben. “Strategisch” wäre es ja, einen Kandidaten zu wählen, der realistische Chancen hat obwohl man mit der Zweitstimme eine andere Partei bevorzugt.

Zur Landtagswahl 2019 in Sachsen sieht das völlig anders aus. Die CDU wird vermutlich eine hohe Anzahl an Direktmandaten verlieren, die meist an die AfD fallen könnten. Jetzt könnte man denken, mal wähle diesmal “strategisch” mit der Erststimme die CDU um die AfD zu verhindern. Gut gedacht, stimmt nur nicht überall.

Nutzt das überhaupt jemand?

Das wurde bisher relativ wenig genutzt. Das freut zwar die Wahlhelfer, weil die Auszählung dadurch einen Ticken schneller geht. Es war auch aus den o.g. Gründen verständlich. Der Platzhirsch (CDU) hat das Direktmandant ja eh bekommen. Da kann man seine Stimme auch dem aussichtslosen Direktkandidaten seiner bevorzugten Partei geben. Als Unterstützung und Bestätigung für seinen Wahlkampf ist das ja auch sehr nett.

Landtagswahl 2014 im Wahlkreis 46 (Dresdner Westen)

Schaut man sich das Ergebnis der Landtagswahl 2014 im Wahlkreis 46 (Dresdner Westen ohne Cotta) an, fällt auf, dass bei LINKE und AfD vermutlich fast kein Wähler von der Möglichkeit des Stimmensplittings Gebrauch gemacht hat. Natürlich ist das nur eine Annahme. Es könnte auch ein dummer Zufall sein.

Landtagswahl 2014CDULinkeSPDGrüneAfD
Erststimmen34,2 %18,3 %18,0 %7,5 %9,3 %
Zweistimmen35,4 %17,8 %13,1 %9,1 %9,4 %
Abweichung (gerundet)-1,2 %0,5 %5,0%1,4 %0,0 %

Auffallend ist aber, dass die SPD deutlich mehr Erststimmen (+5%) gewinnen konnte als Zweitstimmen. Ich denke, das hat etwas mit der Popularität von Frau Eva-Maria Stange zu tun. Sie ist ja sehr aktiv im gesamten Wahlkreis und auch als Ministerin bekannt. Die Persönlichkeit überzeugt hier offenbar die Wähler, auch wenn sie die Zweitstimme dann einer anderen Partei geben. Leider tritt Frau Stange zur Landtagswahl 2019 nicht mehr an und ihre Nachfolgerin – Sophie Koch – kann die Lücke noch nicht schließen.

Nach dem Beispiel gehe ich davon aus, dass mindestens 5% der Wähler bereit sind “taktisch” zu wählen. Dieses Mal hoffentlich sogar noch viel mehr. Doch reichen 5% im Wahlkreis 46?

Wahlkreisprognosen

Die Initiative Zukunftsachsen hat auf Ihrer Seite die Daten von Wahlkreisprognose.de gefiltert. Angegeben wird die Kandidatur, die abseits der AfD die größten Chancen haben soll. Dabei kann es sein, dass die AfD auf einem hinteren Platz oder ganz vorne ist. Das erfährt man hier nicht. An sich kann ich den Blogartikel hier enden lassen und auf folgende Tabelle von zukunftsachsen.org verweisen. Punkt.

Wahlkreiszukunftsachsen.org (Stand 30.08.19)
41Grüne, Valentin Lippmann
42CDU, Christian Piwarz
43Grüne, Henriette Mehn
44Grünen, Dietrich Herrmann
45Grüne, Thomas Löser
46CDU, Lars Rohwer
47Grüne, Susanne Krause

Mapping Europawahl 2019 auf Landtagswahlkreise

Doch wie kommt wahlkreisprognose.de zu solchen Aussagen? Man nehme bisherige Wahlen und fügt weitere Daten dazu und lässt einen Algorithmus arbeiten.

Ich mach das mal per Hand und komme tatsächlich zu ähnlichen Ergebnissen anhand der Europawahl 2019.

Die Stadt stellt die Ergebnisse der Wahlen auch als Excel-Datei zur Verfügung. Mappt man diese auf die Landtagswahlkreise, kommt man zu folgendem Ergebnis.

41424344454647
CDU18,9%21,7%18,5%19,9%16,2%18,1%15,9%
Linke11,6%11,4%12,1%12,4%15,5%11,5%13,9%
SPD7,5%8,5%9,2%9,0%8,7%7,7%8,0%
AfD18,0%25,6%19,5%19,2%14,8%23,2%18,6%
Grüne21,4%12,8%16,9%17,8%21,0%15,3%17,6%
FDP5,5%5,0%5,7%5,1%4,1%5,0%4,7%
Sonstige17,1%15,0%18,1%16,6%19,8%19,2%21,3%








Differenz
(1. Platz –
Grün)
0,0 %12,8 %2,6 %2,1 %0 %7,9 %1,0 %

Große Unsicherheit bei diesem Vergleich ist die hohe Zahl (bis zu 21,3%) der Stimmen für die “sonstigen” Parteien. Bei der Europawahl gibt es keine 5%-Hürde. Bei der Landtagswahl aber schon. Vermutlich wird deshalb die Bereitschaft, kleine Parteien zu wählen, die vermutlich nicht in den Landtag einziehen werden, geringer sein.

Nimmt man diese Ergebnisse und sieht diese als Erststimmenergebnis an, so scheint im Wahlkreis 41 und 45 alles klar auf ein Grünes Direktmandant hinauszulaufen.

In den Wahlkreis 42 und 46 sind die Grünen weit davon entfernt. Das sind auch die zwei Wahlkreise, in denen die Dresdner Grünen kein Direktmandat erwarten. Im Wahlkreis 46 läge Herr Rohwer (CDU) CDU vermutlich aktuell auf Platz 2 in der Wählergunst. Geht man von den o.g. 5% strategischen Wählern aus, könnte es aber doch knapp für ihn reichen. Wünschenswert wäre es auf jeden Fall. Sowohl Herr Rohwer als auch Herr Harlaß (AfD) haben keinen Listenplatz. Dagegen ist die Grüne Kandidatin Lucie Hammecke relativ komfortable mit Listenplatz 9 über die Zweitstimme abgesichert.

In Wahlkreis 43, 44, und 47 ist es dagegen durchaus möglich, dass die Grünen das Direktmandat erlangen. In allen drei Wahlkreisen wäre hier die AfD vorne aber der Abstand der Grünen beträgt unter 2,6%. In 43 und 44 liegt allerdings noch die CDU dazwischen.

Fazit

So wird es kommen, dass ich meine Erststimme Herrn Rohwer (CDU) geben werde und meine Zweitstimme den Grünen. Das ist nicht meine Wunschkoalition aber es geht ja hier nicht um die Wahl einer Koalition sondern um die Vertretung des Wahlkreises im Landtag. Und da ist mir Herr Rohwer 1000 Mal lieber als ein AfD-Kandidat.

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Kommunalwahl 2019 – Mehr Grün(e) im Dresdner Westen

Die Kommunalwahl ist ja schon eine Weile vorbei. Die Auszählung konnte am Wahlabend ja nicht abgeschlossen werden und so gibt es das amtliche Endergebnis erst am 11./12. Juni.

Am Dienstag wurden nun die restlichen Wahlbezirke für die Stadtbezirksbeiräte öffentlich ausgezählt. Das vorläufige Endergebnis ist seit Mittwoch auf der städtischen Webseite einsehbar. Zeit, das Ergebnis auch hier im Blog festzuhalten. Wer vertritt den Dresdner Westen im Stadtrat und wer sitzt im Stadtbezirksbeirat und was hat sich durch die Direktwahl geändert?

Wahlkreis 10 (Löbtau / Cotta)

Der neue Wahlkreis hat 33.536 Wahlberechtigte von denen 66,0% zur Wahl gegangen sind (22.123 Wähler). Gewählt wurden die folgenden 5 Stadträte:

  • Anke Wagner, CDU, 5602 Stimmen, Loschwitz
  • André Schollbach, LINKE, 4215 Stimmen, Loschwitz
  • Susanne Krause, Bündnis 90/Die Grünen, 4994 Stimmen, Friedrichstadt
  • Matthias Rentzsch, AfD, 4289 Stimmen, Cossebaude
  • Torsten Nitzsche, Freie Wähler Dresden e.V., 2189 Stimmen, Dölzschen

Damit haben wir im Dresdner Westen mit Susanne Krause eine Grüne Stimme im Stadtrat. Mehr als bisher, denn Michael Schmelich, der für den alten Wahlkreis 11 auch Löbtau vertreten hat, sitzt wieder im Stadtrat und wurde im Wahlkreis 9 (Plauen) gewählt.

Im Stadtrat ist der Wohnort der Räte nicht so entscheiden (es muss halt in Dresden sein). Die Stadträte entscheiden ja für die gesamte Stadt. Trotzdem finde ich es immer schön, wenn die Räte sich mit “ihrem” Wahlkreis identifizieren und hier auch aktiv sind.

Um ein zweites Grünes Mandat im Wahlkreis 10 zu erreichen, hätten insgesamt ca. 19 Grüne in den Stadtrat einziehen müssen. Aber wir wollen mal auf dem Teppich bleiben. 15 Mandate für die gesamte Stadt sind schon sehr gut.

Wahlkreis 11 (Gorbitz/Briesnitz/Cossebaude/*)

Hier wohnen 34.735 Wahlberechtigte. Die Wahlbeteiligung lag nur bei 60,2% (20.918 Wähler). In der gesamten Stadt lag sie bei 67%. Die schlechte Wahlbeteiligung führt dazu, dass den Wahlkreis auch nur 4 Menschen im Stadtrat vertreten.

  • Jan Donhausen, CDU, 5916 Stimmen, Loschwitz
  • Katharina Hanser, LINKE, 2750 Stimmen, Cotta
  • Wolf Braun, AfD, 9301 Stimmen, Neustadt
  • Frank Hannig, Freie Wähler Dresden e.V., 1518 Stimmen, Niedersedlitz

Auffällig ist hier, dass nicht die Anzahl der Stimmen im Wahlkreis entscheidet, ob jemand in den Stadtrat einzieht. So hat der zweite AfD-Kandidat über 6000 Stimmen und kommt trotzdem nicht zum Zug.

Der Hintergrund wird in der FAQ vom SMI in Punkt 57 erklärt:

57. Wie erfolgt die Verteilung der Sitze in Kreisfreien Städten und bei der Wahl zum Kreistag

1. Schritt: Die im Wahlgebiet (Kreisfreie Stadt bzw. Landkreis) ermittelten Gesamtstimmen der Parteien oder Wählervereinigungen werden nach dem d’´Hondtschen Höchstzahlverfahren (Erläuterung – siehe Frage 59) verteilt. Damit stehen die der Partei oder Wählervereinigung im Gemeinderat / Kreistag insgesamt zustehenden Sitze fest.

2. Schritt: Nun werden die der einzelnen Partei oder Wählervereinigung zustehenden Sitze auf die Wahlkreise verteilt. Auch diese Verteilung erfolgt wieder nach dem d’´Hondtschen Höchstzahlverfahren.

3. Schritt: Letztlich werden die Sitze auf die einzelnen Kandidaten verteilt. Die Zuteilung erfolgt in der Reihenfolge der auf die einzelnen Kandidaten entfallenen Stimmen.

Ausführlicher findet man das auch im Kommunalwahlgesetzt (KommWG) im Paragraph §22.

Stadtbezirksbeirat Cotta

Der Stadtbezirksbeirat (ehemals Ortsbeirat) wurde erstmals direkt gewählt. Bisher wurden die Vertreter durch den Stadtrat entsendet – auf Vorschlag der jeweiligen Fraktionen. Meist haben die Parteien intern Wahlen durchgeführt. Einen Einfluss der Wähler auf die Auswahl der Ortsbeiräte gab es aber nicht.

Wahlberechtigte 57.998, Wähler 35.599, Wahlbeteiligung 61,4%.

Doch was hat das geändert? Tatsächlich sind die Reihenfolge der Kandidaten auf den jeweiligen Listen durch die Wähler geändert worden. Und wenn man davon ausgeht, dass der Plan war, die ersten Kandidaten in das Gremium zu schicken, so gibt es einzelne Überraschungen.

Zunächst das Ergebnis:

ParteiAnteilSitze (Veränderung)gewählte Kandidaten (Listenplatz), Stimmen*
AfD20,4%5 (+3)Hans-Joachim Klaudius (3), 7773 7667 (-1,3%)
Peter Berauer (1), 4185 4232 (+1,1%)
René Hauser (4), 2990 2936 (-1,8%)
Christian Pinkert (5), 2973 2998 (+0,8%), Stadtrat WK 1
Gerd Gerull (2), 1906 1918 (+0,6%)
Grüne17,5%4 (+1)Alexander Bigga (1), 4713 4724 (+0,2%)
Nora Krzywinski (2), 3535 3584 (+1,4%)
Anna Kamphausen (4), 2167 (+/-0)
André Baumgartl (3), 1629 1640 (+0,7%)
LINKE16,6%4 (-1)Julia Schreiber (1), 5426 5525 (+1,8%)
Heike Krause (3), 2270 2252 (-0,8%)
Uwe Baumgarten (2), 1273 1267 (-0,5%)
Marlis Goethe (12), 997 996 (-0,1%)
CDU16,2%4 (-1)Maik Peschel (1), 6399 6528 (+2,0%)
Christine Hartmann (2), 1316 1301 (-1,1%)
Thomas Luck (18), 1001 1005 (+0,4%)
Felix Hitzig (3), 979 1013 (+3,5%)
SPD8,9%2 (+/-0)Christine Finken (3), 1580 1581 (+0,1%)
Henrik Ahlers (1), 1431 1435 (+0,3%)
Freie Wähler6,2%1 (+1)Torsten Nitzsche (1), 3491 3559 (+1,9%), Stadtrat WK 10
FDP5,6%1 (+/- 0)Holger Hase (1), 1315 1305 (-0,8%), Stadtrat WK 9

Nicht mehr vertreten sind die Piraten und die NPD. Letzteres ist ja zumindest eine positive Nachricht. Eine grün-rot-rote Mehrheit gibt es nicht (10 Sitze zu 21). Abstimmungen können also von Fall zu Fall unvorhersehbar sein, was es ja auch spannend macht. Da es keine Stellvertreter mehr gibt, wird es auch häufiger passieren, dass nicht alle 21 Stadtbezirksbeiräte anwesend sind wegen Krankheit, Urlaub oder was auch immer.

Wenn ich mich nicht verzählt habe, dann sind vier drei Stadtbezirksbeiräte zugleich gewählte Stadträte. Eine Doppelbelastung, die mir “erspart” geblieben ist (siehe Wahlkreis 10).

Die Frauenquote beträgt übrigens im Stadtbezirksbeirat 33% (7 von 21). Also etwas schlechter als im Stadtrat (39% bzw. 27 von 70).

Im September wird der neue Stadtbezirksbeirat das erste Mal tagen. Am 20. Juni wird es noch eine Sitzung mit der alten Zusammensetzung geben.

* Update September 2019: Das Wahlergebnis wurde am 29.08.2019 erneut festgestellt und im Amtsblatt vom 12.09.2019 veröffentlicht. Die geänderten Stimmen wurden in der oben stehenden Tabelle geändert.
Die erste Sitzung des neuen Gremiums wird deshalb vermutlich erst am 07. November 2019 stattfinden.

Ortschaftsrat Cossebaude

Das will ich am Ende nicht unter den Tisch fallen lassen. Erstmals hat Bündnis 90/Die Grünen eine Kandidatin für den Ortschaftsrat in Cossebaude aufgestellt. Und Ines Schreiber wurde mit 10,6% auf Anhieb in das 10-köpfige Gremium gewählt.

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