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KID stellt Varianten für die Werkstätten im Volkspark Briesnitz vor

Nach der jüngsten Ortsbeiratssitzung, als Überlegungen für einen Werkstätten-Neubau im Volkspark Briesnitz durchsickerten, ging es hinter den Kulissen hoch her. Jeder hat mit Jedem geredet und keiner wusste, was nun der aktuelle Stand ist. Die DNN hat ausführlich online berichtet, und die SZ hat ebenfalls einen Artikel vorbereitet und gestern treffend platziert.SZ vom 11.02.2014

Gestern fand im Constanzia Pavillon am tjg eine reguläre Sitzung der IG Briesnitz statt. Auf die Tagesordnung wurde aus gegebenem Anlass die Vorstellung der aktuellen Pläne für den Werkstätten-Neubau gesetzt. Die Ortsbeiräte wurden dazu zwar nicht explizit eingeladen, aber so etwas spricht sich natürlich rum 😉

Herr Walther von der KID (Kommunale Immobiliengesellschaft Dresden GmbH & Co KG) hat als Geschäftsführer die Entwicklung des Gesamtprojekts „Kraftwerk Mitte“ und den Stand zu den Werkstätten vorgestellt. Herr Thiel, Amtsleiter vom Amt für Stadtgrün und Abfallwirtschaft (ASA) hat seine Forderungen bekräftigt.

Das tjg war u.a. durch die Intendantin Frau Loewe vertreten, die die Anforderungen und Bedürfnisse des tjgs dargelegt hat.

Momentan gibt es einen gültigen Stadtratsbeschluss (V2369/13) zur Umsetzung des Gesamtprojekts Kraftwerk Mitte. Darin ist auch festgeschrieben, dass die Werkstätten für tjg und Staatsoperette Dresden am Standort Briesnitz errichtet werden sollen. Wie das konkret funktionieren soll, ist Aufgabe der Projektgesellschaft KID und des Auftragnehmers. Hier hat sich nach einer Ausschreibung die Firma Ed. Züblin gefunden, die nun für 90 Mio € das Gesamtprojekt umsetzt. Die Werkstätten haben daran nur einen kleinen Anteil.

Bei der Feinplanung ist Züblin nun zu dem Schluss gekommen, dass eine Erweiterung der bestehenden Werkstätten nicht funktioniert. Die Werkstätten müssten nun komplett abgerissen werden um an diesem Standort neue zu errichten. Für ein Jahr gäbe es dann keine Werkstätten für das tjg, was für das tjg eine Spielpause bedeuten würde. Da sind sich alle einig, dass das niemand will.

Schließlich kam man auf die Idee, die Werkstätten auf dem Volkspark-Gelände neu zu bauen und später das Gelände mit den aktuellen Werkstätten zu einem Park umzubauen. Hier hat Herr Walther eine Variante vorgestellt, die nur etwa die Hälfte des Volksparks benötigt und die bereits bebauten Flächen und den Parkplatz mit einschließt. Somit gäbe es am Ende mehr Grünfläche als heute und auch das alte Weinberghäuschen und der Constanzia Pavillon wären mit eingebunden.

Die Lösung hat durchaus Charme…

… wenn man die bisherigen Akteure abgeholt hätte!

Denn am Ende ist es wieder die liebe, schlechte Kommunikation, die alles verkompliziert und die Emotionen hoch schlagen lässt. Das tjg hat natürlich seine Interessen im Blick und kam nicht auf die Idee, die IG Briesnitz vorzuwarnen, was da an Diskussion kommen wird. Der Ortsbeirat und das Ortsamt wurde nicht informiert, weil es ja noch nichts zu Beschließen gibt. Die Mitglieder der Lenkungsgruppe (u.a. Stadträte aller Parteien) sahen das auch nicht für notwendig an.

Momentan fühlen sich viele deshalb übergangen und vor vollendete Tatsachen gestellt. Ob das besonders schlau war, wird sich zeigen. Denn ohne neuen Stadtratsbeschluss wird man die Werkstätten nicht bauen können.

Jetzt sollte man die Diskussion besonders intensiv führen. Vielleicht ist der neue, größere Park tatsächlich sogar eine gute Lösung? Dazu müssen sicher auch ein paar Bedingungen festgeschrieben werden, wie die Umsetzung es Labyrinths und des Grillplatzes, der Abriss der Baracken, die Entsiegelung des Bodens, die Verbindung mit dem Weinberghäuschen…

Zeitplan:

  • März 2014 Baubeginn am Kraftwerk Mitte mit Aushebung der Baugrube
  • August 2015 Baubeginn für die Werkstätten in Briesnitz
  • Juli 2016 Fertigstellung der Baumaßnahmen und Beginn des Probebetriebs
  • November 2016 Eröffnung und voller Spielbetrieb im Kraftwerk Mitte

 

Wird der Volkspark Briesnitz bald zugebaut?

Die gestrige Ortsbeiratssitzung hatte nur einen, fast unstrittigen Punkt auf der Tagesordnung. Und doch platzte eine Neuigkeit herein, die alle Anwesenden sichtbar entsetzte: Der Volkspark Briesnitz soll bebaut werden!

Behandelt wurde eigentlich der Antrag der LINKE zu den Ausschreibungsbedingungen zum Verkauf des Geländes des Theater Jungen Generation (TJG). Das TJG zieht ja frühestens Ende 2016 in das dann neu gebaute „Kulturkraftwerk Mitte„. Die frei werdenden Gebäude nebst Grundstücken sollten vollständig verkauft werden um die Finanzierung dieses großen Kulturprojektes zu finanzieren (Stadtratsbeschluss vom 14.07.2011, V1057/11, 57 JA, 8 NEIN, 0 Enthaltungen). Dieser Verkauf ist seit dem Doppelhaushalt 2013/14 (beschlossen am 10.01.2013 mit Stimmen der Grünen, SPD und CDU, V1898/12) nicht mehr notwendig, weil die Finanzierung anders gedeckt werden konnte (u.a. durch die geplante Kurtaxe). Auch bleiben die Werkstätten weiter am jetzigen Standort um Geld zu sparen.

Annekatrin Klepsch (LINKE, Stadtrat, MdL) hat den Antrag der Linken vorgestellt und einen Ortsplan für die Ortsbeiräte aus der Lenkungsgruppe für den Bau des Kulturkraftwerks mitgebracht. Dieser Ortsplan hat es aber in sich. Er stellt einen Plan dar, wonach die Werkstätten auf dem Gelände des Volksparks Briesnitz neu errichtet werden sollen. Nach Fertigstellung soll auf dem bisherigen Werkstättengelände ein neuer Park als Ersatz angelegt werden. Die Idee dahinter ist einleuchtend: Die Theater brauchen kontinuierlich eine funktionierende Werkstatt.Ortsplan TJG-Gelände

Frau Klepsch dachte, der Ortsbeirat oder das Ortsamt wüsste über diese Ideen Bescheid. Auch die Mitglieder aus Briesnitz hatten noch nichts davon gehört. Offenbar hat auch noch niemand mit der IG Briesnitz gesprochen, die sich seit Jahrzehnten für den Erhalt und die Gestaltung des Volksparks Briesnitz einsetzt.

Herr Müller von der SPD, der 2011 bei der Ideenwerkstatt über die Zukunft des TJG-Standortes mitgemacht hat, hatte ebenfalls noch nie etwas von solchen Plänen gehört. Ihm fiel gleich eine lange Liste von Gründen ein, warum das völlig abwegig ist. Angefangen vom begehbaren Labyrinth über den offziellen Grillplatz und der Nutzung durch das Kinder und Jugendhaus INSEL. Vom geschichtlichen Hintergrund mal ganz abgesehen. So wurde der ursprüngliche Briesnitzer Volkspark (auch Schunckpark oder Bürstinghauspark genannt) 1938 geteilt als die Meißner Landstraße verlegt wurde.

 

Wir bleiben auf jeden Fall dran. Wenn so ein Plan tatsächlich in den Ortsbeirat kommt, kann ich mir nicht vorstellen, dass er eine Zustimmung erhalten wird.

 

Dem Antrag der LINKE wurde übrigens mit 7 JA, 6 NEIN und 5 Enthaltungen zugestimmt.