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Kesselsdorfer: Mehr Boulevard – Mehr Straße. Ein Kompromiss.

Wäre alles nach Fahrplan gelaufen, hätte der Stadtrat schon im März 2018 die Vorplanung für den 2. Bauabschnitt der Kesselsdorfer Straße bestätigt. Doch es lief nicht so, wie sich die Verwaltung das erträumt hat. Und so stehen wir erst jetzt kurz vor einem Stadtratsbeschluss am 22. November 2018.

Was ist in der Zwischenzeit geschehen?

Ende Januar wurde die Vorlage V2054/17 öffentlich, die Anfang Februar im Ortsbeirat Cotta behandelt werden sollte. Die Vorlage ist bis heute unverändert im Ratsinformationssystem abrufbar. Schon vor der Sitzung gab es aus mehreren Ecken Proteste gegen die Planung. Es gab Stellungnahmen der relevanten Verbände, von Einwohnern, Ortsbeiräten und Stadträten. Hauptkritikpunkt: Es gibt nur eine „alternativlose“ Variante zum abnicken und keine Bürgerbeteiligung.

„Bürgerbeteiligung gab es doch“ – meinte die Verwaltung. Schon klar. Das war vor 8 Jahren. In der Zwischenzeit hat man viel über den Boulevard Kesselsdorfer Straße gesprochen und hatte immer (zumindest in meinem Umfeld) an die Zentralhaltestelle gedacht. Diese wurde ja final 2011 beschlossen und wird seit 2018 gebaut. Wenn man bedenkt, dass die durchschnittliche Wohndauer in Löbtau ca. 6 Jahre beträgt und fast 45% in den letzten 3 Jahren zu- oder umgezogen sind, kann sich an die alten Geschichten kaum jemand erinnern.

Im Rathaus hat man die Stimmung wahrgenommen und die Vorlage angehalten bis eine Bürgerinformationsveranstaltung durchgeführt wurde. Damit ist man den entsprechenden Anträgen von Grünen und Piraten im Ausschuss zuvorgekommen. So fand am 18.04.2018 eine solche Veranstaltung im Schwarzen Salon vom Kino in der Fabrik statt. Diese war sehr gut besucht, die Pläne wurden ausführlich vorgestellt und hergeleitet und die Anwohner konnten sich äußern und Fragen stellen. Da es aber nur eine „Information“ und keine „Beteiligung“ war, hat das an der Vorlage und dem Abstimmungsgegenstand nichts geändert. Trotzdem ein guter Zug – nur leider in der falschen Reihenfolge.

Der Ortsbeirat bekam dann im Mai die unveränderte Fassung zur Beratung. Das Abstimmungsergebnis war durchwachsen. Grüne und Piraten haben geschlossen dagegen gestimmt. Am Ende war eine Mehrheit für die vorgelegte Variante (11 Ja, 6 Nein, 3 Enthaltungen) mit dem Zusatz, dass eine verkehrsberuhigte Variante zwischen Wernerstraße und Reisewitzer-Straße geprüft werden sollte.

Der Ausschuss hat das dann professioneller in Angriff genommen und in zwei Iterationen weitere Untersuchungen beauftragt. Zum einen, wie man den Bereich des Boulevards ausgeweitet kann mit einer Sperrung im Bereich der Haltestelle Bünaustraße und zum anderen ob man den Bereich Rudolf-Renner-Straße bis Wernerstraße nicht doch mit weniger Fahrspuren hinbekommen könnte.

Das Resultat liegt seit Ende September vor und kam am 04.11.2018 in den umbenannten Stadtbezirksbeirat Cotta. Zwar gab es dort eine ausführliche Präsentation der Planvarianten – zu beschließen gab es allerdings nichts, denn wir hatten ja im Mai bereits beraten und beschlossen. Und da sich die Vorlage nicht verändert hat… Schließlich haben wir dann den „Trick“ der Anfrage an den Oberbürgermeister genutzt um überhaupt ein Statement des Stadtbezirksbeirats protokolliert zu bekommen. Die Nachricht ist im Ausschuss auf jeden Fall angekommen. So haben wir uns für die „Planfall 3, Variante C“ ausgesprochen. Und zwar mit einem deutlichen Votum von 15 Ja, 0 Nein und 5 Enthaltungen.

„Planfall 3“ bedeutet dabei die vollständige Sperrung der Kesselsdorfer Straße zwischen Wernerstraße und  Bünaustraße – also dem erweiterten Bereich der Haltestelle Bünaustraße – für den Indiviualverkehr. Das hat in den Verkehrssimulationen die Auswirkung, dass eine kleine Menge Fahrzeuge die Kesselsdorfer meidet und über eine Vielzahl von Wegen ihr Ziel sucht. Der Hauptteil fließt dann über die westliche Wernerstraße und die Reisewitzer-Straße Nord. Die Reisewitzer Straße Süd wird sogar entlastet und die östliche Wernerstraße kaum mehr belastet. Alles in Allem gibt es die Chance, lebenswerten Stadtraum zu gewinnen, ohne dass sich am Verkehr nennenswert etwas ändert. Diese Kenntnis ist bei allen angekommen und so gab es auch aus den üblichen Autofahrer-Fraktionen keine Proteste dagegen.

„Variante C“ beschäft sich mit dem Abschnitt Rudolf-Renner-Straße / Wernerstraße unter der Randbedinung „Planfall 3“ – also der Sperrung im Bereich Haltestelle Bünaustraße. Diese Variante ist die einzige, die den vorhandenen Straßenraum nicht verbreitern würde. Die Variante A+B benötigen genauso wie die ursprüngliche Vorzugsvariante ca. 2-3 m von der Grünfläche vor dem Annenfriedhof. Einzige Schwäche der Variante C ist die Kreuzung Rudolf-Renner-Straße / Kesselsdorfer. Hier sind die Wartezeiten und Rückstaulängen im Berufsverkehr nicht optimal. Der Ausschuss ist der Meinung, dass diese Variante deshalb nicht genehmigungsfähig ist. Als Kompromiss hat man sich deshalb für die „Variante A“ entschieden.

Ich kann die Argumentation der Verkehrsplaner nachvollziehen, wenn man das ganze technisch und nach den gegebenen Regeln betrachtet. Anders herum sehe ich den riesigen Straßenraum der die meiste Zeit des Tages einfach nur kahl und leer ist. Und das soll in Zukunft nicht reichen, weniger Indiviualverkehr durchzuleiten? Die Skepsis bleibt da bei mir auch wenn ich einen schnellen und leistungsfähigen Straßenbahnverkehr natürlich ausdrücklich begrüße.

Der Ausschuss hat zudem beschlossen, dass die Anlagen so geplant werden sollen, dass sie sich ggf. um eine Fahrspur zurückbauen lassen, wenn sich die Verkehrszahlen reduzieren sollten. Bisher gibt es ja nur Simulationen. Zwar sollen diese relativ genau sein. Aber es weiß ja niemand 100%ig, wie sich der Verkehr einstellen wird. Mein Argument im April, man solle doch die Sperrung im Bereich der Zentralhaltestelle abwarten, wurde mit Zeitdruck der DVB abgelehnt. Nun steht dieser „Verkehrsversuch“ kurz bevor. Bis wir die neue Vorplanungsvariante im Stadtbezirksbeirat sehen, werden wir schon etwas Erfahrung mit dieser neuen Verkehrsführung haben.

Ich bin gespannt, wie die Diskussion am 22.11.2018 im Stadtrat ausgeht. Ich denke, wir sind da noch nicht am Ende, haben aber ein gutes Etappenziel erreicht.

Termine / Beratungsfolge

Links

Vorlagen / Präsentation

Planfeststellungsverfahren: Pläne vom Boulevard Kesselsdorfer liegen aus

Von heute Montag, 20.04.2015 bis Mittwoch, 20.05.2015 liegen im Rahmen des Planfeststellungsverfahren die Pläne zum Projekt Stadtbahn 2020 Teilabschnitt 1.1 / Zentralhaltestelle Kesselsdorfer aus.

Darüber hat am Freitag, 17.04.2015 die Landesdirektion Sachsen auf ihrer Internetseite informiert. Dort befinden sich auch (fast?) alle  Pläne in digitaler Form. Somit kann man sich den Weg ins Straßen- und Tiefbauamt (St. Petersburger Straße 9, 01069 Dresden, Zimmer K 344) sparen.

Einwendungen sind bis 03.06.2015 schriftlich ans Straßen- und Tiefbauamt zu schicken.

Kleine Verbesserung an der Zentralhaltestelle Kesselsdorfer Straße

Seit ein paar Tagen kann man an der Ecke Gröbelstraße / Kesselsdorfer Straße beobachten, wie allerlei  Signaltechnikfirmen eine Bauampel für Autos, Bus, Bahn und Fußgänger aufbauen.

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Gestern nun hat die DVB über Twitter bekanntgegeben, dass ab voraussichtlich den 12. Januar die Busse 61 und 63 wieder auf ihrer normalen Haltestelle abfahren werden. Diese werden seit Juli 2012 an der provisorischen Haltestelle in der Gröbelstraße erreicht. Grund war zunächst die Sanierung und Komplettsperrung der Wernerstraße.

Doch auch nach Fertigstellung der Wernerstraße Anfang November 2012 fuhren die Busse diese Umleitung und „nervten“ damit nicht nur Fahrgäste sondern auch Anwohner der Gröbel- und Schillingstraße. Ein Grund dafür war nicht ersichtlich.

Mit der provisorischen Ampel kann die DVB nun mit den Bussen, die vom Parkplatz in der Gröbelstraße kommen, links abbiegen. Warum sie nicht mehr den Umweg über die Wernerstraße und Reisewitzer Straße fahren wollen, ist mir unklar.

Klar ist mir aber der Vorteil für die Fußgänger und umsteigenden Fahrgäste: so gibt es dann endlich eine Fußgängerampel an dieser stark frequentierten Stelle. Diese Ampel war auch ein Vorschlag mehrerer Initiativen für provisorische Maßnahmen zur Erhöhung der Sicherheit an der Haltestelle. Die Stadt hat dies stets abgelehnt, weil sie Staus fürchtet und  den Bedarf nicht nachvollziehen könne. Stattdessen hat man die völlig unbeachtete und nie kontrollierte Tempo 20-Zone entlang der Haltestelle eingeführt.

Ich freu mich, dann endlich legal und lebend über die Straße zu kommen 🙂

 

 

Die Wernerstraße ist wieder frei!

Heute morgen hat mich die geöffnete Wernerstraße überrascht. Das wird sicher viele Rad- und Autofahrer freuen, denn die letzten Monate waren schon etwas nervig. Zeitweise war sogar die Reisewitzerstraße eine Sackgasse.

Zur Zeit räumen die Bauleute offenbar noch auf. Die Busse fahren auch noch Umleitung über die Gröbelstraße. Aber das dürfte dann bald vorbei sein.

Dann wäre die Möglichkeit gekommen, über eine vorzeitige Sperrung des Bereichs der Zentralhaltestelle wieder intensiver nachzudenken. Frau Stange (SPD, MdL) hat ja ordentlich die Werbetrommel mit einer Unterschriftenaktion gewirbelt. Auch ist noch ein SPD-Antrag in der Pipeline der auf die Berücksichtigung der Zentralhaltestelle im kommenden Doppelhaushalt abzielt.

Aktuell ist die Zentralhaltestelle nicht im Haushaltsentwurf für den Doppelhaushalt 2013/14 enthalten!

 

Sanierung der Wernerstraße beginnt – Voraussetzungen für den Boulevard Kesselsdorfer Straße

Heute hat die Sanierung des letzten Kopfsteinplasterstück der Wernerstraße zwischen Reisewitzer und Lübecker Straße begonnen. Zu sehen ist noch nicht viel, weil man erst Vorbereitungen trifft. Richtig los geht es erst am Mittwoch.

In der Gröbelstraße wird noch eine provisorische Buswendeschleife eingerichtet. Die Busse 61 und 63 fahren dann ab Mittwoch, 11.07.12 in der Gröbelstraße gegenüber der alten Lampenfabrik ab.

Bis 30. Oktober 2012 bleibt die Wernerstraße dann komplett gesperrt.

Die Sanierung der Wernerstraße ist die bauliche Vorraussetzung, damit an der Zentralhaltestelle Tharandter Straße der Boulevard realisiert werden kann. Die Haltestelle kann aber erst umgebaut werden, wenn auch die entsprechenden Haushaltsmittel im Haushalt 2013/14 eingestellt werden. Dafür engagiert sich vorbildlich Eva-Maria Stange (SPD). Sie startete heute auch eine Online-Petition, die diesen Punkt erneut ins Rathaus tragen soll.

Nach Fertigstellung der Wernerstraße kann auch vor dem Umbau der Zentralhaltestelle die Sicherheit eventuell schon verbessert werden, indem man den Haltestellenbereich bereits für den Autoverkehr sperrt.

Es bleibt also spannend.

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