Wernerstraße soll sicherer werden

Der Stadtbezirksbeirat Cotta hat gestern einem Prüfantrag der FDP-Fraktion im Dresdner Stadtrat (A0019/19) zugestimmt, der Maßnahmen zur Verbesserung der Verkehrssituation auf der Wernerstraße zwischen Lübecker- und Columbussstraße untersuchen soll. Der Antrag wurde erweitert durch einen interfraktionellen Ersetzungsantrag von Bündnis 90/Die Grünen, SPD und LINKE.

Am Ende stimmten 10 Stadtbezirksbeiräte dafür, 6 dagegen und 4 enthielten sich.

Bisherige Sanierung

Die Wernerstraße in Dresden Löbtau wurde schon 2012 saniert um den Verkehr aufnehmen zu können, der auf der Kesselsdorfer nicht mehr durch die Zentralhaltestelle fahren kann. Zwischen der Kesselsdorfer Straße und der Lübecker Straße wurden bei dieser Maßnahme Fahrradschutzstreifen markiert. Bezahlt wurde das alles mit Fördermittel, die an den Bau der Zentralhaltestelle geknüpft waren.

2018 hat man dann noch vor Beginn der Bauarbeiten an der Zentralhaltestelle die Ampelanlagen an der Kreuzung Reisewitzer-Straße und Löbtauer Straße ergänzt. Ohne diese wären die Kreuzungsbereiche für alle Beteiligten zu gefährlich. Noch lange werden die “Bomben-Tage” in Löbtau in Erinnerung bleiben (21.05.2020). Gefunden hat man diese bei den Bauarbeiten zur Ampel an der Löbtauer Straße.

Alles gut?

Nicht ganz. Im Abschnitt Lübecker Straße bis Columbusstraße wurde zwar die Asphalt-Decke der Straße erneuert aber nicht mehr. Die Fahrradschutzstreifen enden abrupt hinter (korrekt) parkenden Autos. Die Kurve ist auch für Autos schlecht einsehbar, ohne Mittelmarkierung und für die zulässige Geschwindigkeit eher zu schmal. Radfahrer, die dort fahren müssen, sind dann im Weg. Irgendwie hat man die 9-monatige Bauzeit auf der Kesselsdorfer 2019 trotzdem überlebt. Trotz zahlreicher Busse, die ebenfalls hier durch mussten. Trotzdem kann man das nicht so lassen.

Die FDP-Fraktion im Dresdner Stadtrat versucht nun mit einem Prüfauftrag schnelle Verbesserungen herbeizuführen. Natürlich muss nach der Prüfung von Verbesserungsmöglichkeiten keine direkte Umsetzung erfolgen. Aber man kann doch hoffen, dass die einfachen und bezahlbaren Punkte dann auch realisiert werden. Zum Teil sind die Prüfungen ja vermutlich auch schon durchgeführt worden.

Ersetzungsantrag von Grüne/SPD/LINKE

Der FDP-Antrag möchte zunächst die Bordsteine absenken und die Parkplätze auf den überbreiten Fußweg verlegen. In landwärtiger Richtung ist ja auch wirklich viel Platz. In stadtwärtige Richtung dürften nicht allzu viele Stellplätze übrig bleiben. Wenn das erledigt ist, möchte man Radwege anlegen.

Wir haben die Anregungen der Anwohnerversammlung aufgegriffen, die die Bürgerinitiative Kesselsdorfer Straße durchgeführt hat. Demnach würden wir zuerst die Radwege markieren, was natürlich bedeutet, dass dann sofort die Parkplätze entfallen. Laut Anwohnern sind diese aber eher verzichtbar. Niemand parkt an dieser stark befahren Straße gerne. Manche meiden diese Stellplätze nach Kollisionen, wie ein Anwohner auf der Stadtbezirksbeiratssitzung berichtet hat.

Trotzdem regen auch wir an, Parkplätze auf dem überbreiten Fußweg anzulegen. Allerdings gehen wir davon aus, dass das doch ein paar Wochen wenn nicht gar Monate Zeit in Anspruch nimmt, zu prüfen, wie man das macht, eine Baufirma zu finden und das am Ende umzusetzen. Wenn man schon dabei ist, könnte man auch ein paar Fahrradbügel aufstellen und auf der landwärtigen Seite neue Bäume pflanzen. Das würde dem Straßenzug gut tun, das Mikroklima verbessern und etwas Lärm schlucken.

Wir haben bei den Radfahrern nicht aufgehört. Auch die Situation der Fußgänger soll verbessert werden und eine Querung an der Lübecker Straße geprüft werden. Auch die Ampelschaltung an der Columbusstraße soll überprüft werden.

Wann geht’s los?

Wer weiß. Wir hoffen, bald!

Auch die Stadtverwaltung hat das Thema ja die letzten Jahre bearbeitet und Maßnahmen geplant. So wurde schon 2019 und erneut Anfang 2020 angekündigt (siehe Amtsblatt 04/2020 bzw. DNN-Bilderstrecke vom 15.01.2020, dass in diesem Jahr an der beschriebenen Stelle Radwege gebaut werden. Im günstigsten Fall war also der Antrag unnötig. Die Debatte zu dem Thema aber auf keinen Fall.

Termine

Der Antrag wird als nächstes im Ausschuss für Stadtentwicklung, Bau, Verkehr und Liegenschaften beraten und beschlossen. Die nächste Sitzung ist am Mi, 11.03.2020. Ich bin gespannt, was dabei raus kommt.

In der nächsten Stadtbezirksbeiratssitzung am Do, 12.03.2020 werden wir den Antrag der CDU-SBRs beschließen, der die Verwaltung auffordert, die Anträge zum Verkehrsraumkonzept (A0439/18) sowie den hier beschriebenen Antrag gemeinsam zu betrachten und zu bearbeiten. Bei der Forderung nach einer Gesamtbetrachtung des Verkehrs in Löbtau herrscht bei den Stadtbezirksbeiräten große Einigkeit. Der Beschluss dazu soll diese Forderung erneut unterstreichen.

Links

Antrag A0019/19 der FDP-Fraktion im Dresdner Stadtrat

Fotos

avatar

Grüner Stadtbezirksbeirat, Software-Entwickler, Rad- und Bahnfahrer, Löbtauer seit 1998...

Ein Kommentar

  • avatar Martin Rotter

    “Die Kurve ist auch für Autos schlecht einsehbar, ohne Mittelmarkierung und für die zulässige Geschwindigkeit eher zu schmal. ”

    Ich denke “es ist alles gut”, wenn alle vorsichtig und langsam fahren. Eine noch breitere und einsichtigere Strasse erhöht nicht unbedingt die Sicherheit, sondern verringert diese, da dann die Kraftdroschken noch schneller und damit gefährlicher gelenkt werden. Wir haben schon genug Verkehrstote in Dresden !

    Nur das Prinzip der negativen Rückkopplung hilft, wenn man die Sicherheit erhöhen will: das ist beim Strassenverkehr genau wie bei der WC Spülung. Dort verwendet man dieses Prinzip auch, um die Gefahr einer Überflutung zu vermeiden (nach Hermann Knoflacher “Virus Auto”).

    Also bitte macht die Wernerstrasse nicht noch breiter sondern begrenzt endlich die Geschwindigkeit auf <15km/h ! Nur so erreicht man Sicherheit und Klimaziele !

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.