Wird der Volkspark Briesnitz bald zugebaut?

Die gestrige Ortsbeiratssitzung hatte nur einen, fast unstrittigen Punkt auf der Tagesordnung. Und doch platzte eine Neuigkeit herein, die alle Anwesenden sichtbar entsetzte: Der Volkspark Briesnitz soll bebaut werden!

Behandelt wurde eigentlich der Antrag der LINKE zu den Ausschreibungsbedingungen zum Verkauf des Geländes des Theater Jungen Generation (TJG). Das TJG zieht ja frühestens Ende 2016 in das dann neu gebaute „Kulturkraftwerk Mitte„. Die frei werdenden Gebäude nebst Grundstücken sollten vollständig verkauft werden um die Finanzierung dieses großen Kulturprojektes zu finanzieren (Stadtratsbeschluss vom 14.07.2011, V1057/11, 57 JA, 8 NEIN, 0 Enthaltungen). Dieser Verkauf ist seit dem Doppelhaushalt 2013/14 (beschlossen am 10.01.2013 mit Stimmen der Grünen, SPD und CDU, V1898/12) nicht mehr notwendig, weil die Finanzierung anders gedeckt werden konnte (u.a. durch die geplante Kurtaxe). Auch bleiben die Werkstätten weiter am jetzigen Standort um Geld zu sparen.

Annekatrin Klepsch (LINKE, Stadtrat, MdL) hat den Antrag der Linken vorgestellt und einen Ortsplan für die Ortsbeiräte aus der Lenkungsgruppe für den Bau des Kulturkraftwerks mitgebracht. Dieser Ortsplan hat es aber in sich. Er stellt einen Plan dar, wonach die Werkstätten auf dem Gelände des Volksparks Briesnitz neu errichtet werden sollen. Nach Fertigstellung soll auf dem bisherigen Werkstättengelände ein neuer Park als Ersatz angelegt werden. Die Idee dahinter ist einleuchtend: Die Theater brauchen kontinuierlich eine funktionierende Werkstatt.Ortsplan TJG-Gelände

Frau Klepsch dachte, der Ortsbeirat oder das Ortsamt wüsste über diese Ideen Bescheid. Auch die Mitglieder aus Briesnitz hatten noch nichts davon gehört. Offenbar hat auch noch niemand mit der IG Briesnitz gesprochen, die sich seit Jahrzehnten für den Erhalt und die Gestaltung des Volksparks Briesnitz einsetzt.

Herr Müller von der SPD, der 2011 bei der Ideenwerkstatt über die Zukunft des TJG-Standortes mitgemacht hat, hatte ebenfalls noch nie etwas von solchen Plänen gehört. Ihm fiel gleich eine lange Liste von Gründen ein, warum das völlig abwegig ist. Angefangen vom begehbaren Labyrinth über den offziellen Grillplatz und der Nutzung durch das Kinder und Jugendhaus INSEL. Vom geschichtlichen Hintergrund mal ganz abgesehen. So wurde der ursprüngliche Briesnitzer Volkspark (auch Schunckpark oder Bürstinghauspark genannt) 1938 geteilt als die Meißner Landstraße verlegt wurde.

 

Wir bleiben auf jeden Fall dran. Wenn so ein Plan tatsächlich in den Ortsbeirat kommt, kann ich mir nicht vorstellen, dass er eine Zustimmung erhalten wird.

 

Dem Antrag der LINKE wurde übrigens mit 7 JA, 6 NEIN und 5 Enthaltungen zugestimmt.

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Grüner Ortsbeirat, Software-Entwickler, Löbtauer seit 1998...

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